
Photo: Kicker Fußball
Goretzka: Acht Jahre Bayern, jetzt Villa Park
Acht Jahre, ein Champions-League-Titel, zwei Weltpokale, sieben Meisterschaften: Leon Goretzka hat bei Bayern München alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Und trotzdem endet seine Zeit dort nicht mit einem großen Abschied, sondern mit einem ablösefreien Wechsel nach Birmingham. Aston Villa hat den 31-jährigen Mittelfeldspieler offiziell verpflichtet, laut Kicker und Sportschau. Ein Transferhammer, der nichts kostet.
Ende einer Ära in München
Goretzka kam 2018 aus Schalke, damals schon ablösefrei, und wurde in München zur Stammkraft. Unter Hansi Flick war er gesetzt, spielte sich in die Weltklasse, gewann 2020 die Champions League. Was danach kam, war leiser. Verletzungen, wechselnde Trainer, schwindender Einfluss. Am Ende der Saison 2025/26 lief sein Vertrag aus, eine Verlängerung kam nicht zustande. Acht Jahre, dann Stille.
Dass er jetzt in der Premier League landet, ist kein Abstieg. Aston Villa ist der amtierende Europa-League-Sieger, spielt in der Königsklasse und hat mit Unai Emery einen der besten Trainer Europas an der Seitenlinie. Für einen Spieler, der Hunger auf Titel hat und beweisen will, dass München nicht das letzte Kapitel war, ist das genau der richtige Klub.
Was Goretzka Emery gibt
Der Bochumer ist kein Zehner und kein Sechser, sondern das, was englische Kommentatoren einen Box-to-Box-Midfielder nennen: physisch präsent, zweikampfstark, mit dem Zug zum Tor. In seiner besten Zeit bei Bayern traf er regelmäßig aus dem Mittelfeld, spielte Pässe in die Tiefe und dominierte Duelle. Genau diese Qualitäten fehlen Villa im Zentrum, wenn die Belastung durch Europapokal und Liga steigt.
Emery hat in Birmingham eine Mannschaft gebaut, die Struktur und Intensität kombiniert. Goretzka passt in dieses System, sofern er fit bleibt. Das ist der einzige Vorbehalt: Die letzten zwei Jahre in München waren von Verletzungsunterbrechungen geprägt. Villa weiß das. Und hat ihn trotzdem geholt, ohne eine Ablöse zu zahlen.
Freier Transfer, echter Anspruch
Für Aston Villa ist dieser Deal ein Zeichen. Kein Klub, der sich mit Mittelmaß zufriedengibt, holt einen deutschen Nationalspieler und Champions-League-Sieger als Backup. Goretzka kommt, um zu spielen. Und Villa kommt, um mehr zu gewinnen als nur die Europa League.
Dreißig war früher das Alter, in dem Spieler nach Saudi-Arabien oder in die MLS wechselten. Goretzka ist 31 und wählt die Premier League. Das sagt genug.
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