
Jonathan Tah hat in einer einzigen Nacht alles erlebt, was der Fußball an Grausamkeit zu bieten hat — und er hat es offenbar nicht allein verschuldet. Deutschland scheidet am 30. Juni im Elfmeterschießen gegen Paraguay aus der WM aus. Tah trifft, doch der Treffer zählt nicht. Tah tritt an, doch der Ball landet im Nirgendwo über der Latte. Und laut einem Bericht von sport.de steckt dahinter eine Geschichte, die in der DFB-Kabine noch lange nachhallen wird: Mehrere Spieler sollen sich geweigert haben — oder schlicht weggeduckt sein — als die Elfmeter verteilt wurden.
Es gibt Momente im Fußball, in denen ein Spieler alles richtig macht und trotzdem verliert. Tah war in diesem Elfmeterschießen gegen Paraguay der Mann, der das Tor erzielte — und es nicht bekam. Der Treffer wurde aberkannt, der Grund noch nicht abschließend kommuniziert. Was danach kam, war noch brutaler: Tah trat als letzter Schütze an, schoss über das Tor, und Deutschland war raus. WM-Aus. Gruppenphase. Heimreise.
Das allein wäre schon eine Geschichte. Aber sport.de berichtet von einem pikanten Detail, das die Niederlage in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Laut sport.de sollen sich mehrere DFB-Spieler vor dem Elfmeterschießen geweigert oder zumindest nicht freiwillig angeboten haben, einen Versuch zu übernehmen. Die konkreten Namen werden in dem Bericht nicht genannt — das ist ein wichtiger Vorbehalt. Die Identitäten der betroffenen Spieler sind bislang nicht bestätigt, und eine Corroboration durch weitere Medien steht noch aus. Aber die Grundaussage ist klar: Tah, der gerade ein aberkanntes Tor hinter sich hatte, soll in eine Situation gedrängt worden sein, in der er den letzten, entscheidenden Elfmeter schießen musste — weil andere es nicht wollten.
Das ist kein Vorwurf an Tah. Das wirft zumindest Fragen an die Kabine auf.
Deutschland hat bei diesem Turnier nicht an Talent gemangelt. Was in dieser Nacht fehlte, war etwas anderes: der Charakter, in einem Shootout voranzugehen, wenn es zählt. Elfmeter sind Kopfsache — das weiß jeder, der den Sport verfolgt. Aber einen Spieler, dem gerade ein Tor aberkannt wurde, als letzten Schützen antreten zu lassen, weil die Kollegen passen — das ist keine Taktik. Das ist zumindest eine Frage, die sich der DFB stellen lassen muss.
Tah hat sich nicht gedrückt. Er ist angetreten. Er hat verloren. Und er wird damit leben müssen, obwohl er möglicherweise der Einzige war, der in diesem Moment überhaupt noch Mumm hatte.
Die DFB-Kabine hat jetzt den Sommer, um darüber nachzudenken, wer in der nächsten Krise wirklich den Ball nimmt.
Jonathan Tah hat in einer einzigen Nacht alles erlebt, was der Fußball an Grausamkeit zu bieten hat — und er hat es offenbar nicht allein verschuldet. Deutschland scheidet am 30.
Quellen
Sport.de Fußball
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