
Photo: Marcos Correa/PR via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
Ronaldinho: Der Arsenal-Wechsel, der 2001 scheiterte
Bevor Ronaldinho 2001 seinen ersten europäischen Klub in Paris fand, hatte ein anderer Verein bereits konkretes Interesse an ihm angemeldet: Arsenal. Der Wechsel scheiterte jedoch an bürokratischen Hürden, die dem jungen Brasilianer den Weg nach London verbauten.
Ein Name, der in London kursierte
Als Ronaldinho 2001 mit 21 Jahren den Sprung nach Europa wagte, war Paris Saint-Germain nicht der einzige Klub, der seinen Namen auf dem Zettel hatte. Auch Arsenal interessierte sich für den Dribbelkünstler von Grêmio Porto Alegre, der zu dieser Zeit gerade seinen sportlichen Durchbruch in Brasilien gefeiert hatte – mit 22 Toren in 47 Pflichtspielen und entscheidenden Treffern im Finale der Campeonato Gaúcho gegen den Erzrivalen Internacional.
Woran der Wechsel scheiterte
Der Deal mit den Gunners kam jedoch nie zustande. Ronaldinho konnte keine Arbeitserlaubnis für England erhalten, weil er als Nicht-EU-Spieler zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend Länderspiele für die brasilianische Nationalmannschaft bestritten hatte. Diese formale Hürde beendete die Gespräche, bevor sie zu einem Vertrag führen konnten. Für einen Spieler, der später einmal zu den besten der Welt gezählt werden sollte, war es eine bittere Fußnote: Nicht sportliche Zweifel, sondern reines Papierwerk verhinderte den Wechsel auf die Insel.
Es blieb nicht der einzige englische Anlauf, der ins Leere lief. Ronaldinho erwog in derselben Zeit auch einen Leihwechsel zum schottischen Klub St Mirren. Auch dieser Plan zerschlug sich – dieses Mal, weil Ronaldinho in Brasilien in einen Pass-Skandal verwickelt war, der seine Reisepläne durchkreuzte.
Der Weg, der stattdessen folgte
Statt nach London führte Ronaldinhos Weg schließlich nach Paris. Im Juli 2001 unterschrieb er für umgerechnet fünf Millionen Euro einen Fünfjahresvertrag bei Paris Saint-Germain und erhielt dort die Rückennummer 21, die zuvor schon Spieler wie Jay-Jay Okocha und Nicolas Anelka getragen hatten. Zwei durchwachsene Spielzeiten später wechselte er 2003 zum FC Barcelona – und dort begann tatsächlich die Zeit, die ihn zu einer Weltklasse-Figur des Fußballs machen sollte: zwei spanische Meisterschaften, ein Champions-League-Titel 2006, zwei Wahlen zum FIFA-Weltfußballer des Jahres und der Ballon d'Or 2005.
Was wäre gewesen?
Die Arsenal-Episode bleibt eine der vielen Was-wäre-wenn-Geschichten des Fußballs. Ein Ronaldinho im Trikot der Gunners in der Premier-League-Ära von Arsène Wenger – man kann es sich vorstellen, aber die Geschichte nahm einen anderen Lauf. Am Ende führte der Weg über Paris und Barcelona zu einem der prägendsten Offensivspieler seiner Generation, der mit Brasilien 2002 Weltmeister wurde und dessen Karriere ihn schließlich über Mailand, Rio de Janeiro, Belo Horizonte und Mexiko zurück in seine Heimat führte, bevor er seine Fußballkarriere 2017 offiziell beendete.
Quellen2 Quellen
Wikipedia (de), Wikipedia (en)
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