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Warum bekommen Fußballer Herzinfarkt?

Ein Spieler bricht mitten im Spiel zusammen, Ärzte rennen aufs Feld, der Defibrillator kommt zum Einsatz. Was dahintersteckt, ist medizinisch etwas anderes, als das Wort Herzinfarkt vermuten lässt.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT

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Man kennt die Bilder: Ein Spieler läuft noch, wirkt kurz benommen, dann sackt er plötzlich zusammen, ohne Gegnerkontakt, ohne Foul. Mitspieler winken sofort die Bank heran, Ärzte und Sanitäter stürmen aufs Feld, bauen einen Sichtschutz, manchmal sieht man einen Defibrillator. Genau dieser Moment ist es, der die Frage auslöst, warum Fußballer einen Herzinfarkt bekommen.

Die kurze Antwort: Meistens bekommen sie gar keinen. Was in der Berichterstattung und im Alltag als Herzinfarkt bezeichnet wird, ist in den meisten Fällen ein plötzlicher Herzstillstand, ausgelöst durch Kammerflimmern oder eine andere schwere Herzrhythmusstörung. Das ist medizinisch etwas anderes als der klassische Infarkt, bei dem ein Gefäß verstopft und Herzmuskelgewebe abstirbt. Beim Kollaps auf dem Platz gerät stattdessen der elektrische Takt des Herzens durcheinander, das Organ pumpt kein Blut mehr, der Spieler verliert das Bewusstsein.

Warum trifft das ausgerechnet durchtrainierte Profis, die eigentlich zu den fittesten Menschen überhaupt zählen? Die Ursache liegt so gut wie nie in mangelnder Fitness. Stattdessen steckt meist eine Herzerkrankung dahinter, die vorher niemand kannte, oft angeboren, manchmal eine strukturelle Auffälligkeit am Herzmuskel, manchmal ein genetischer Rhythmusfehler. Solche Defekte bleiben im Alltag häufig unauffällig, weil das Herz bei normaler Belastung problemlos mitläuft. Erst unter der Extrembelastung eines Spiels, mit Sprints, Richtungswechseln und Spitzenpuls über neunzig Minuten, kippt das System. Die versteckte Schwäche wird sichtbar, genau dann, wenn das Herz am stärksten gefordert wird.

Deshalb lassen Vereine ihre Spieler regelmäßig durchchecken, mit EKG und Belastungstests, oft schon bei der Vertragsunterschrift und dann in festen Abständen. Diese Vorsorge fängt viele Fälle ab, bevor sie gefährlich werden. Die Ausnahme, die viele nicht erwarten: Manche dieser Herzfehler zeigen sich im Ruhe-EKG schlicht nicht. Ein Rhythmusfehler kann unter Belastung auftreten und beim Test in der Klinik unauffällig bleiben, weil der Puls dort nie die kritische Schwelle erreicht wie im echten Spiel. Deshalb passiert so ein Kollaps trotz aller medizinischen Kontrolle, nicht weil sie schlampig gemacht wurde, sondern weil manche Defekte sich erst unter echtem Wettkampfdruck zeigen.

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