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Warum tragen Fußballer Bandagen an der Hand?

Ein Spieler läuft mit weißem oder schwarzem Tape um Finger oder Handgelenk gewickelt auf den Platz. Was auf den ersten Blick wie Zubehör aussieht, hat meistens einen medizinischen Grund.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT

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Ein Verteidiger köpft im Strafraum, landet unglücklich auf der ausgestreckten Hand, und zwei Wochen später steht er wieder im Kader – mit dick umwickeltem Finger oder Handgelenk. Genau das ist der häufigste Grund für die Bandage: eine Verletzung, die noch nicht ganz ausgeheilt ist. Verstauchungen, angeknackste oder gebrochene Finger und überdehnte Handgelenke gehören im Fußball zum Alltag, auch wenn kaum jemand mit den Händen am Ball arbeitet.

Die Bandage stützt das betroffene Gelenk und schränkt seine Bewegung bewusst ein. Sie verhindert, dass der Finger sich beim nächsten Zweikampf oder Sturz erneut überstreckt oder zur Seite wegknickt. Ohne diesen Schutz würde dieselbe harmlose Aktion, bei der ein gesunder Finger einfach nachgibt, bei einem angeschlagenen Gelenk sofort wieder wehtun oder die Verletzung verschlimmern.

Besonders auffällig ist das bei Torhütern. Wer ständig Bälle mit ausgestreckten Fingern pariert, Flanken faustet oder Schüsse abwehrt, belastet die Fingergelenke massiv. Ein Ball, der mit voller Wucht auf die Fingerspitze trifft, kann das Gelenk überstrecken oder stauchen – deshalb tapen viele Keeper ihre Finger praktisch durchgehend, unabhängig davon, ob gerade eine akute Verletzung vorliegt.

Neben der reinen Stabilisierung hat die Kompression noch einen zweiten Effekt: Sie hilft, Schwellungen klein zu halten, die nach einem Schlag oder einer Verstauchung entstehen. Weniger Schwellung bedeutet weniger Druck im Gewebe und meist auch weniger Schmerzen bei Belastung. Spieler berichten zudem oft von einem subjektiven Gefühl zusätzlicher Stabilität – das Gelenk fühlt sich sicherer an, selbst wenn die Bandage objektiv nur einen Teil der Bewegung abfängt.

Die Ausnahme, die viele nicht erwarten: Nicht jede Bandage steckt hinter einer frischen Verletzung. Manche Profis tragen Tape rein vorbeugend an Gelenken, die vor Monaten oder Jahren verletzt waren und seitdem als Schwachstelle gelten. Ein Finger, der einmal ausgekugelt war, bleibt oft anfälliger für die nächste Überstreckung, auch wenn er längst wieder voll belastbar ist. Die Bandage dient dann nicht der Heilung, sondern der Vorsicht – ein kleines Stück zusätzliche Sicherheit für ein Gelenk, das schon einmal Probleme gemacht hat.

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