Kein Millimeter-Krimi mehr, kein halbstündiges VAR-Theater wegen einer Schulter: In Kanada wurde das sogenannte Tageslicht-Abseits erstmals in einem echten Spiel angewendet – und die Fußballwelt schaut sehr genau hin. Denn wenn der Versuch gelingt, könnte diese Regel die Art, wie Abseits überall auf der Welt entschieden wird, grundlegend verändern.
Das Prinzip ist so simpel wie es klingt: Ein Angreifer gilt nur dann als im Abseits, wenn zwischen ihm und dem letzten Verteidiger ein klar sichtbarer Abstand besteht – eben "Tageslicht". Keine hauchdünnen Linien, keine pixelgenauen Körperteilmessungen, kein Freeze-Frame auf der Zehenspitze. Wenn man mit bloßem Auge keinen Spalt erkennt, gibt es kein Abseits. So einfach.
Derzeit wird diese Methode in Kanada erprobt, wo sie laut Sportschau erstmals in einer Partie zur Anwendung kam – konkret bei der Überprüfung einer Torszene. FIFA und UEFA beobachten den Versuch aufmerksam. Beide Verbände suchen seit Jahren nach einer Lösung für das, was Abseits-Entscheidungen in den letzten Jahren zu einem der umstrittensten Themen im Weltfußball gemacht hat.
Der Halbautomatische Abseits-Assistent (SAOT), den die UEFA zuletzt in der Champions League eingesetzt hat, sollte eigentlich Klarheit schaffen. Stattdessen hat er das Problem nur verlagert: Die Entscheidungen kamen schneller, aber die Bilder – ein Ellenbogen, eine Achselhöhle, ein Zeh im Abseits – haben die Fans nicht überzeugt. Sie haben sie wütend gemacht.
Das Tageslicht-Prinzip dreht die Logik um. Statt die Technik immer präziser zu machen, wird der Maßstab menschlicher gesetzt. Kein sichtbarer Abstand, kein Abseits. Wer das Spiel liebt, weiß: Das ist näher an dem, wie Abseits ursprünglich gedacht war – als Schutz vor dem reinen Torräuber, nicht als Millimeter-Jagd auf den Stürmer.
Noch ist nichts entschieden. Der Versuch läuft in Kanada, nicht in der Bundesliga oder der Premier League. Bis eine solche Regel den Weg in europäische Topligen findet, braucht es grünes Licht vom IFAB – dem International Football Association Board, das über Regeländerungen entscheidet. Das dauert. Aber der erste Schritt ist getan.
Die Implikationen wären enorm: Tore, die heute wegen einer halb ausgestreckten Hand aberkannt werden, würden zählen. Stürmer wie Erling Haaland oder Harry Kane, die regelmäßig in Haaresbreite im Abseits stehen, würden öfter auf der richtigen Seite der Linie landen. Und Schiedsrichter müssten nicht mehr fünf Minuten auf ein Bild warten, das die Hälfte des Stadions sowieso nicht versteht.
Die VAR-Pause, die das Publikum in den Wahnsinn treibt – sie könnte kürzer werden. Das allein wäre schon ein Fortschritt.
Die Ergebnisse aus Kanada werden ausgewertet. FIFA und UEFA entscheiden dann, ob der Versuch ausgeweitet wird – möglicherweise auf weitere Testligen oder Nachwuchswettbewerbe. Bis das Tageslicht-Abseits in der Champions League oder der Premier League ankommt, dürfte noch einige Zeit vergehen. Aber dass es zum ersten Mal überhaupt in einem echten Spiel zum Einsatz kam, ist mehr als eine Randnotiz.
Das Abseits-Gesetz ist seit 1925 im Kern unverändert. Vielleicht ändert sich das gerade – in Kanada.
Kein Millimeter-Krimi mehr, kein halbstündiges VAR-Theater wegen einer Schulter: In Kanada wurde das sogenannte Tageslicht-Abseits erstmals in einem echten Spiel angewendet – und die Fußballwelt schaut sehr genau hin.
Källor
Sportschau Fußball
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