Photo: United Nations Office on Drugs and Crime via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
Infantino knickt ein: FIFA-Investorenplan gestoppt
Gianni Infantino hat sich selten so klar geschlagen gegeben — doch genau das ist jetzt passiert. Der FIFA-Präsident hat den Plan, private Investoren mit Eigenkapitalanteilen an FIFA-Turnieren zu beteiligen, offiziell beerdigt. Laut einem Bericht des Kicker räumte Infantino ein, das Projekt habe zu Spaltungen geführt. Ein bemerkenswerter Rückzug — und eine der deutlichsten Niederlagen seiner Amtszeit.
Was war der Plan überhaupt?
Die Idee war simpel, die Reaktion darauf alles andere als das: FIFA wollte private Investoren als Anteilseigner an seinen Turnieren ins Boot holen — ein Modell, das Milliarden in die Kassen des Weltverbands spülen sollte. Als Finanzierungsziel galten laut Medienberichten unter anderem die Expansion des Turnierkalenders, darunter die aufgestockte Klub-WM und eine mögliche Neuauflage der Weltmeisterschaft im Zwei-Jahres-Rhythmus — eine offizielle FIFA-Bestätigung dieser konkreten Ziele liegt nicht vor.
Der Widerstand kam schnell und kam laut. Europäische Ligen, Klubs und Verbände liefen Sturm gegen das Vorhaben — wobei ECA und UEFA als zentrale Gegner in der Berichterstattung genannt wurden, ohne dass der vorliegende Kicker-Bericht dies im Detail ausführt. Das Argument: Wer Investoren Anteile an FIFA-Wettbewerben verkauft, gibt die Kontrolle über den Fußball Stück für Stück aus der Hand. Für viele war es schlicht ein rotes Tuch.
Infantino räumt das Feld
Nun ist das Projekt vom Tisch. Infantino selbst soll laut Kicker eingestanden haben, dass der Plan Spaltungen innerhalb des Fußballs verursacht habe — eine Formulierung, die in FIFA-Kreisen selten so direkt zu hören ist. Ob es sich um einen echten Sinneswandel handelt oder schlicht um taktischen Rückzug angesichts der Gegenwehr, bleibt offen.
Eine Corroboration durch andere Medien steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch aus. Der Kicker ist die einzige Quelle, die das Ende des Projekts konkret benennt.
Wer hat diesen Kampf gewonnen?
Die Antwort ist eindeutig: die europäischen Machtstrukturen. Monatelanger Druck hat gewirkt — und das ist ein seltenes Bild. Der Mann, der FIFA in den letzten Jahren nahezu ungehindert nach seinen Vorstellungen geformt hat, muss einen zentralen Finanzplan zurückziehen.
Infantino hat damit nicht nur ein Projekt verloren. Er hat gezeigt, dass der Widerstand aus Europa Grenzen setzen kann — auch wenn er das öffentlich anders rahmen wird.
Was kommt jetzt?
Offen bleibt, wie FIFA seine Expansionspläne künftig finanzieren will. Ohne privates Kapital muss der Weltverband andere Wege finden: Sponsoren, Medienrechte, oder eine Neuverhandlung mit bestehenden Partnern.
Welche Alternativen Infantino konkret ins Auge fasst, ist laut dem Kicker-Bericht nicht bekannt. Pep Guardiola hätte hier vielleicht applaudiert. Infantino eher nicht.
Quellen1 Quelle
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