
Photo: Sport.de Fußball
Hoeneß' Abrechnung mit dem DFB
Fast zwei Monate nach dem Achtelfinal-Aus gegen Paraguay hat Uli Hoeneß das Schweigen gebrochen, und er hatte offenbar einiges aufgestaut. In einem Interview mit RTL/Sky rechnet der Bayern-Patriarch laut Sport.de mit dem deutschen WM-Aufgebot und Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann ab, schonungslos und ohne die üblichen Höflichkeiten des deutschen Fußball-Establishments.
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Die Abrechnung
Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada gegen Paraguay war für viele das bittere Bild einer Generation, die ihr Versprechen nie eingelöst hat. Hoeneß sieht das offenbar genauso. Laut Sport.de ließ er in dem RTL/Sky-Interview kein gutes Haar an der Leistung des DFB-Kaders, und auch Nagelsmann kommt demnach nicht ungeschoren davon.
Die genauen Zitate aus dem Interview lagen zum Redaktionsschluss nicht vollständig vor. Klar ist aber: Hoeneß, der Mann, der Bayern München über Jahrzehnte geprägt hat und dessen Wort im deutschen Fußball Gewicht hat wie kaum ein anderes, hat öffentlich ein Urteil gesprochen. Das ist keine Randnotiz.
Warum das mehr als Stammtisch-Kritik ist
Hoeneß ist kein Kommentator von außen. Er ist Teil des Systems, das er gerade kritisiert, und genau das macht seine Aussagen so brisant. Wenn der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters Nagelsmann und das Nationalteam in einem Atemzug als Versager bezeichnet, sendet das ein Signal weit über die Boulevardpresse hinaus.
Die Frage, ob Nagelsmann nach dem Paraguay-Debakel überhaupt noch im Amt ist oder bereits abgelöst wurde, ist nach aktuellem Stand nicht abschließend geklärt. Fest steht: Der DFB steckt in einer Aufarbeitung, die unangenehm wird.
Was beim Turnier schiefgelaufen ist
Das Aus im Achtelfinale gegen Paraguay war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Nationalmannschaft, die seit Jahren zwischen Aufbruch und Rückschritt pendelt. Das Heimturnier 2024 hatte kurzzeitig Euphorie geweckt, die WM 2026 hat sie wieder begraben. Hoeneß' öffentliche Kritik ist der vorläufige Tiefpunkt einer Debatte, die der DFB nicht länger aussitzen kann.
Dass ausgerechnet er, zwei Monate nach dem Ausscheiden, das Mikrofon sucht, sagt viel über den Zustand des deutschen Fußballs.
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