
Photo: Sportschau Fußball
Norwegen geht offiziell gegen Infantino vor
Kritik an Gianni Infantino gab es zuletzt oft, aber meist aus der zweiten Reihe und selten mit Aktenzeichen. Jetzt wird aus dem Murren ein Verfahren: Der norwegische Verband NFF hat zwei Ethikbeschwerden gegen den FIFA-Präsidenten eingereicht, bestätigt von NFF-Präsidentin Lise Klaveness.
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Zwei Beschwerden, ein Adressat: Gianni Infantino. Lise Klaveness hat gegenüber Sportschau bestätigt, dass der norwegische Verband den offiziellen Ethikweg innerhalb der FIFA beschritten hat, statt die Vorwürfe nur über Interviews und Pressekonferenzen zu transportieren. Welche konkreten Vorgänge den beiden Beschwerden zugrunde liegen, ist aus den bisherigen Angaben nicht ersichtlich, aber der Gang zur Ethikkommission bedeutet: Die FIFA muss jetzt formell antworten.
Ein Verband geht den formellen Weg
Klaveness ist innerhalb der UEFA-Mitgliedsverbände längst als eine der lautesten Stimmen gegen Infantinos Führungsstil bekannt. Norwegen stimmte bereits in der Vergangenheit öffentlich gegen Kurse der FIFA-Spitze, etwa bei Kongressabstimmungen. Eine Ethikbeschwerde ist aber eine andere Kategorie: Sie zwingt die FIFA, formell zu reagieren, statt eine Debatte einfach auslaufen zu lassen.
Warum das Timing zählt
Dass ein großer europäischer Verband den amtierenden Präsidenten über ein internes Verfahren angeht, statt nur im Kongress zu opponieren, ist ein Signal nach innen wie nach außen. Es zeigt, dass die Fronten innerhalb der FIFA-Führungsstruktur nicht mehr nur rhetorisch verlaufen, sondern inzwischen über offizielle Kanäle ausgetragen werden. Die Ethikkommission muss die Beschwerden nun prüfen und am Ende entweder ein Verfahren eröffnen oder sie abweisen, beides mit Begründung gegenüber dem NFF.
Was das für Infantino bedeutet
Infantino hat in den vergangenen Jahren seine Machtbasis innerhalb der FIFA ausgebaut, unter anderem über enge Beziehungen zu Verbänden außerhalb Europas. Ein Angriff aus Norwegen trifft ihn nicht existenziell, aber er bricht mit der Erzählung, dass Kritik an der Spitze nur ein europäisches Nebengeräusch ist. Wenn ein Mitgliedsverband das Ethikverfahren bemüht, muss sich die FIFA entscheiden: das Verfahren ernst nehmen oder den Eindruck bestätigen, den Klaveness offenbar vermitteln will.
Wird die FIFA-Ethikkommission gegen Infantino ermitteln oder die Beschwerde abweisen?
Quellen1 Quelle
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