
Mittwoch, 24. Juni, zwei Spiele gleichzeitig — und das Problem liegt nicht dort, wo man es erwartet. Bosnien gegen Katar ist das Spiel, das niemand verpassen will: zwei Teams, ein Punkt, kein Ausweg außer dem Sieg. Aber das Spiel, über das man in den nächsten Wochen noch reden wird, ist das andere. Schweiz gegen Kanada. Beide brauchen nur ein Unentschieden. Beide wissen das. Und genau das ist das Problem.
Die erweiterte WM mit 48 Teams sollte mehr Fußball bringen, mehr Nationen, mehr Geschichten. Was sie auch gebracht hat: mehr Gruppenspiele, in denen zwei Teams gleichzeitig wissen, dass ein 0:0 für beide reicht. Das ist kein neues Problem — Gijon 1982 lässt grüßen — aber es ist ein Problem, das das neue Format strukturell begünstigt.
Schweiz und Kanada stehen beide vor genau dieser Situation. Ein Remis reicht zum Einzug in die K.o.-Runde. Kein Tor nötig. Kein Risiko nötig. Und weil beide Teams das wissen, wissen auch die Zuschauer, was passieren könnte: 90 Minuten kontrolliertes Nichts, gefolgt von einem Schulterzucken und zwei Mannschaften, die trotzdem weiterkommen.
Die FIFA hat auf das Gijon-Trauma reagiert — Parallelanstoß ist Pflicht, war es auch 1982 nicht. Aber Parallelanstoß löst das eigentliche Problem nicht. Er sorgt nur dafür, dass kein Team auf Ergebnisse aus dem anderen Stadion reagieren kann. Was er nicht verhindert: zwei Teams, die stillschweigend dasselbe Kalkül anstellen und entsprechend spielen.
Während in der Schweiz-Kanada-Partie möglicherweise die Uhren stillstehen, verspricht Bosnien gegen Katar das Gegenteil. Beide Mannschaften haben je einen Punkt — zu wenig, um mit einem weiteren Remis weiterzukommen. Beide brauchen drei Punkte, um überhaupt noch realistische Chancen auf die Runde der 32 zu haben. Das ist das Rezept für ein offenes Spiel: Druck, Risiko, Tore.
Für Bosnien wäre das Weiterkommen bei einer WM, die erstmals in Nordamerika in diesem Format stattfindet, ein historischer Moment. Katar, als Ausrichter der WM 2022 damals ohne Qualifikation dabei, muss sich diesmal sportlich behaupten — und tut das bislang mit gemischtem Erfolg.
Die Ironie des Abends: Das spannendere Spiel ist das zwischen den beiden Teams, die eigentlich alles zu gewinnen haben. Das langweiligere könnte das zwischen den Favoriten sein — weil beide zu viel zu verlieren haben, um es zu riskieren.
Unsere Einschätzung: Die Antwort ist nein — wahrscheinlich nicht. Parallelanstoß ist notwendig, aber nicht hinreichend. Ein denkbarer Ansatz wäre etwa, Unentschieden in bestimmten Gruppenkonstellationen durch angepasste Punkteregeln weniger attraktiv zu machen — diskutiert wird so etwas immer wieder, umgesetzt wurde es nie. Die FIFA hat das Format vergrößert, ohne die strukturellen Anreize zu verändern. Das ist eine redaktionelle Einschätzung — aber eine, die sich an diesem Mittwochabend möglicherweise live belegen lässt.
Schweiz gegen Kanada ist an diesem Mittwoch der lebende Testfall. Wenn beide Teams tatsächlich ein ruhiges 0:0 oder 1:1 produzieren, ohne erkennbaren Versuch, das Spiel zu entscheiden, wird die Debatte wieder aufflammen — und diesmal mit einem konkreten Beispiel aus dem neuen 48-Team-Turnier.
Bis dahin gilt: Augen auf beide Spiele. Aber die interessantere Frage stellt sich in dem Stadion, in dem möglicherweise gar nichts passiert.
Mittwoch, 24. Juni, zwei Spiele gleichzeitig — und das Problem liegt nicht dort, wo man es erwartet. Bosnien gegen Katar ist das Spiel, das niemand verpassen will: zwei Teams, ein Punkt, kein Ausweg außer dem Sieg.
Quellen
Sport.de Fußball
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“Stays on World Cup — different angle, same beat.”
INTA Kenyan sports outlet, Pulse Sports Kenya, reported on June 24 that France are facing an 'unexpected setback' ahead of their group decider against Norway at the 2026 FIFA World Cup — but the nature o
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