
Rivaldos vergessene zwei Monate bei Cruzeiro
Zwischen seinem Champions-League-Triumph mit AC Milan und seinem zweiten Frühling in Griechenland liegt eine Station in Rivaldos Karriere, die kaum jemand mehr auf dem Schirm hat: ein kurzes Gastspiel bei Cruzeiro Belo Horizonte im Jahr 2004. Es dauerte gerade einmal zwei Monate und endete fast so schnell, wie es begonnen hatte.
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Eine Rückkehr auf Zuruf
Anfang 2004 hatte Rivaldo seinen Vertrag bei AC Milan aufgelöst, nachdem er dort im Vorjahr zwar Coppa Italia, Champions League und UEFA Super Cup gewonnen, aber sportlich eher enttäuscht hatte. Statt in Europa weiterzumachen, folgte er dem Ruf seines früheren Förderers Vanderlei Luxemburgo, der ihn einst bei Palmeiras aufgebaut hatte und nun Cruzeiro aus Belo Horizonte trainierte. Luxemburgo wollte den Weltmeister von 2002 als Aushängeschild für die Copa Libertadores gewinnen, und Rivaldo, dem der Trainer nach eigener Aussage besonders viel bedeutete, sagte zu.
Elf Spiele, zwei Tore, zwei Monate
Was folgte, war eine der kürzesten Stationen in Rivaldos gesamter Laufbahn. Für Cruzeiro bestritt er lediglich elf Spiele und erzielte zwei Tore – eine Momentaufnahme, die in keinem Verhältnis zu seinem Status als amtierender Weltmeister und ehemaliger Weltfußballer stand. Der Grund für das abrupte Ende lag nicht in seiner eigenen Form, sondern in der Vereinsführung: Luxemburgo wurde entlassen, und Rivaldo zog daraus unmittelbar seine Konsequenzen. Er selbst erklärte später, als sein Mentor den Klub verlassen habe, habe er sich entschieden, es ihm gleichzutun – aus Respekt vor einer Person, die er als besonders betrachtete.
Eine Episode ohne Nachhall
So verschwand Rivaldo nach kaum zwei Monaten wieder aus Belo Horizonte, ohne dass die Zeit bei Cruzeiro irgendeine bleibende Spur in seiner Karriere hinterlassen hätte. Verglichen mit seinen Jahren beim FC Barcelona, in denen er 130 Tore erzielte und zweimal die spanische Meisterschaft gewann, oder mit seinem WM-Triumph 2002, wirkt dieses kurze Intermezzo wie eine Randnotiz. Und genau das ist es in der öffentlichen Erinnerung auch geblieben: eine Fußnote zwischen zwei glanzvolleren Kapiteln, die selbst in ausführlichen Rückblicken auf seine Laufbahn oft nur mit einem Halbsatz bedacht wird.
Was danach kam
Rivaldo fand seinen Weg zurück ins internationale Rampenlicht wenig später bei Olympiacos Piräus, wo er mehrere Jahre lang zu den prägenden Figuren der griechischen Liga zählte und mit dem Klub dreimal Meister wurde. Die kurze Cruzeiro-Episode wirkt im Rückblick wie eine Verschnaufpause zwischen zwei längeren und erfolgreicheren Kapiteln – ausgelöst nicht durch sportliches Scheitern, sondern durch Loyalität gegenüber einem Trainer, dem er viel verdankte. Gerade weil sie so kurz war und so wenig Spuren in der Statistik hinterließ, ist sie heute fast vollständig aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden – obwohl sie zeigt, dass auch die Karriere eines Weltfußballers des Jahres nicht nur aus Höhepunkten besteht.
Quellen2 Quellen
Wikipedia (de), Wikipedia (en)
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