
Jeremy Doku ist Vater geworden. Sohn Praise ist auf der Welt – und mit ihm eine Frage, über die belgische Fußballfans, Journalisten und Funktionäre tagelang gestritten haben: Darf ein Nationalspieler mitten in der WM-Qualifikation das Camp verlassen, um bei der Geburt seines Kindes dabei zu sein? Doku hat die Frage für sich beantwortet. Belgien hat darüber diskutiert, als ginge es um Staatsangelegenheiten.
Während des Länderspielfensters im Juni 2025 – Belgien steckt mitten in der WM-2026-Qualifikation – verließ Manchester-City-Flügelspieler Jeremy Doku den Kader der Roten Teufel, um bei der Geburt seines ersten Kindes anwesend zu sein. Sein Sohn Praise kam zur Welt. Doku war dabei. Laut Sportschau und Het Laatste Nieuws war die Entscheidung vor der Geburt bereits öffentlich bekannt – und hatte heftige Debatten ausgelöst, bevor überhaupt etwas passiert war.
In Belgien wurde nicht leise diskutiert. Die Kernfrage: Nationale Pflicht oder persönlicher Meilenstein – was hat Vorrang? Ein Teil der Öffentlichkeit sah Dokus Entscheidung als selbstverständlich, als menschlich, als das Mindeste. Ein anderer Teil bestand darauf, dass ein Profi im Dienst der Nationalmannschaft genau das ist: im Dienst. Kein Abweichen, kein Sonderrecht.
Das ist kein belgisches Problem. Es ist ein Fußball-Problem. Die Sportart hat jahrzehntelang eine Kultur gepflegt, in der Spieler als Ressourcen behandelt wurden – verfügbar, funktional, ersetzbar. Dass ein Winger von Manchester City im Jahr 2025 überhaupt rechtfertigen muss, warum er bei der Geburt seines Kindes sein will, sagt mehr über diese Kultur aus als über Doku.
Die Debatte um Doku ist kein Einzelfall. Immer mehr Klubs und Verbände bewegen sich – langsam, zögerlich, aber erkennbar – in Richtung einer Haltung, die Spieler als vollständige Menschen begreift und nicht nur als Kader-Einträge. Vaterschaftsurlaub im Profifußball ist kein Luxus. Er ist Standard in fast jedem anderen Berufsfeld.
Belgiens Verband ließ Doku gehen. Das ist die eigentliche Nachricht – nicht der Wirbel davor, sondern dass am Ende die richtige Entscheidung stand. Sohn Praise ist da. Doku war dabei. Der Rest ist Lärm.
Die Debatte hat sich erledigt. Bis zum nächsten Mal.
Jeremy Doku ist Vater geworden. Sohn Praise ist auf der Welt – und mit ihm eine Frage, über die belgische Fußballfans, Journalisten und Funktionäre tagelang gestritten haben: Darf ein Nationalspieler mitten in der…
Sources
Sportschau Fußball
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