
Manchmal ist ein Trainerwechsel mitten im Turnier kein Befreiungsschlag – manchmal ist er das lauteste Eingeständnis, dass es schon zu spät ist. Tunesien hat das bei der WM 2026 auf die härteste Art gelernt: Nach dem Debakel gegen Schweden folgte die nächste Niederlage gegen Japan, und das ausgerechnet unter Hervé Renard, dem Mann, den sie als Retter holten.
Tunesien kam mit Ambitionen nach Nordamerika. Was folgte, war eine der dramatischsten Gruppenphase-Implosionen des gesamten Turniers. Nach einer schweren Niederlage gegen Schweden zog der tunesische Verband die Reißleine – Trainerwechsel, mitten in der WM-Gruppenphase, ein Schritt, der in der Geschichte des Turniers selten gut ausgeht.
Hervé Renard übernahm. Der Franzose kennt den afrikanischen Fußball wie kaum ein zweiter – zwei Afrika-Cup-Titel (Sambia 2012, Elfenbeinküste 2015), Respekt auf dem ganzen Kontinent. Wenn jemand eine Mannschaft in 48 Stunden stabilisieren kann, dann er. Gegen Japan reichte es trotzdem nicht.
Das Problem mit Notfall-Trainerwechseln bei Weltmeisterschaften ist strukturell: Ein neuer Coach bekommt keine Trainingswoche, keine Vorbereitung, keine Zeit, sein System zu installieren. Er bekommt eine Kabinenansprache und einen Spielplan. Renard ist erfahren genug, um das zu wissen – und hat trotzdem Ja gesagt. Vielleicht weil er hoffte, allein seine Anwesenheit würde etwas verschieben.
Sie verschob nichts. Japan war effizienter, strukturierter, schärfer – und Tunesien wirkte wie eine Mannschaft, die nicht nur taktisch, sondern auch mental schon abgereist war.
Der eigentliche Schaden entstand nicht gegen Japan. Er entstand früher – in der Vorbereitung, in der Kaderplanung, im ersten Spiel gegen Schweden, das offenbar so desolat war, dass der Verband glaubte, ein Trainerwechsel sei die einzig logische Antwort. Das ist Panikmanagement in Reinform.
Renard kann Mannschaften aufbauen. Er kann sie über Monate formen. Was er nicht kann – was niemand kann – ist eine zerbrochene Turnierkampagne in zwei Tagen kitten.
Tunesien fliegt nach Hause. Renard bleibt mit einer Bilanz, die seinen Ruf nicht beschädigt, aber auch nichts hinzufügt. Und der Verband? Der hat sich selbst die Antwort gegeben, bevor er die richtige Frage gestellt hat.
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Quellen: [1] Sportschau Fußball; [2] Kicker.de. Renards Afrika-Cup-Titel (Sambia 2012, Elfenbeinküste 2015) sind allgemein dokumentierte Hintergrundinformationen.
Manchmal ist ein Trainerwechsel mitten im Turnier kein Befreiungsschlag – manchmal ist er das lauteste Eingeständnis, dass es schon zu spät ist.
Sources
Sportschau Fußball
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“Stays on Japan — different angle, same beat.”
INTThis article is currently held from publication. The draft covers a Japan vs Tunisia fixture in June 2026, but the scoreline, goalscorers, venue, and competition cannot be confirmed from the single so
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