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Blessins Plan für die Gladbach-Krise
Borussia Mönchengladbach hat einen neuen Trainer, aber keinen neuen Anspruch auf schnelle Wunder: Alexander Blessin übernimmt einen Klub im freien Fall und macht von Tag eins klar, dass es keinen Shortcut zurück nach oben gibt.
Die Borussia steckt mitten in der Krise, als der Verein die Reißleine zieht und Blessin als neuen Cheftrainer installiert. Der 53-Jährige tritt sein Amt mit sofortiger Wirkung an, mit einem Auftrag, der sich in einem Satz zusammenfassen lässt: die Defensive muss stehen, alles andere kommt später.
Blessin selbst bringt das Bild, das seine Amtszeit prägen dürfte: kein Fahrstuhl, sondern eine Treppe. Keine Ansage über Titel, keine große Kaderrevolution, sondern die nüchterne Botschaft, dass sich eine Mannschaft, die zuletzt viel zu viele Gegentore kassiert hat, erst wieder das Vertrauen in die eigene Ordnung erarbeiten muss, bevor überhaupt über Tabellenplätze gesprochen wird.
Die Abwehr zuerst
Für Blessin ist die Reihenfolge klar: Stabilität vor Spektakel. Eine Borussia, die hinten löchrig steht, gewinnt in der Bundesliga nichts, egal wie gut sie vorne kombiniert. Der neue Trainer setzt deshalb seine ersten Trainingseinheiten und Gespräche genau dort an, wo es zuletzt am meisten wehgetan hat: in der eigenen Box.
Das ist keine spektakuläre Ansage, aber eine ehrliche. Blessin verkauft seinen Amtsantritt nicht als Feuerwerk, sondern als Arbeitsauftrag. Wer bei einem Klub in der Krise übernimmt, kann sich nicht an großen Visionen abarbeiten, sondern muss zuerst die Blutung stoppen.
Pragmatismus statt Umbruch
Der Ansatz passt zur Ausgangslage. Ein Trainerwechsel mitten in der Saison ist immer ein Krisensignal, gerade bei einem Klub mit dem Anspruch von Mönchengladbach. Doch Blessin verweigert sich der Versuchung, alles sofort umzukrempeln. Stattdessen setzt er auf kleine, unglamouröse Schritte: Struktur zuerst, Ergebnisse als Folge davon, nicht als Ausgangspunkt eines Umbaus.
Diese Herangehensweise wird sich schnell an der Tabelle messen lassen müssen. Ein Klub im freien Fall hat selten Geduld für Treppenstufen, wenn andere Fahrstühle versprechen. Blessins erste Wochen an der Seitenlinie werden zeigen, ob eine Mannschaft, die defensiv zuletzt keinen Halt gefunden hat, mit reiner Ordnungsarbeit wieder Boden gutmachen kann.
In Mönchengladbach wird man ihm dafür keine ewige Schonfrist geben. Aber die erste Ansage ist zumindest klar formuliert: erst die Treppe, dann reden wir über den nächsten Stock.
Kann Blessin Gladbach mit Defensiv-Fokus aus der Krise führen?
Quellen1 Quelle
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