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Darf der Torwart den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand berühren?

Ein Keeper rennt aus seinem Kasten, um einen langen Ball vor einem Stürmer abzufangen, und greift kurz vor der Strafraumlinie mit der Hand zu. Darf er das?

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

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Der Moment ist in der Bundesliga regelmäßig zu sehen: Der Torwart kommt weit aus seinem Tor, der Ball springt unglücklich, und er fängt ihn reflexartig mit der Hand ab, nur eben ein paar Meter zu weit vorne. Die Antwort ist eindeutig: Nein, das darf er nicht. Außerhalb seines eigenen Strafraums ist ein Torwart ein ganz normaler Feldspieler. Berührt er den Ball dort mit der Hand oder dem Arm, ist das ein Handspiel, genau wie bei jedem anderen Spieler auch.

Die Konsequenz hängt davon ab, wo genau das passiert. Liegt der Ort des Vergehens außerhalb des eigenen Strafraums, gibt es direkten Freistoß für die Gegner. Wenn der Keeper dabei auch noch eine klare Torchance verhindert, kann zusätzlich die Rote Karte folgen: der berühmte Spielabbruch für den Torwart, der dann oft den Ersatzmann oder einen Feldspieler ins Tor zwingt.

Der Strafraum ist dafür genau definiert: ein rechteckiges Feld vor jedem Tor, in dem der Torwart seine Sonderrechte genießt. Innerhalb dieser Linien darf er greifen, fausten, werfen, außerhalb gelten für ihn dieselben Regeln wie für den Rest der Mannschaft. Die Grenze ist also nicht Gefühlssache, sondern eine Linie auf dem Rasen, die der Schiedsrichter exakt abliest.

Interessant wird es, wenn man ins offizielle Regelwerk schaut, denn die Torwart-Handspielregel selbst steht in Law 12, aber schon ein Blick ins benachbarte Law 9 der IFAB Laws of the Game zeigt, wie genau die Regelmacher den Status des Balls definieren. Das gibt dem Ganzen seinen Rahmen. Dort heißt es wörtlich: "The ball is in play at all other times when it touches a match official and when it rebounds off a goalpost, crossbar or corner flagpost and remains on the field of play." Übersetzt: Der Ball bleibt zu praktisch jedem Zeitpunkt im Spiel, solange er nicht klar im Aus ist, auch wenn er von Schiedsrichter, Pfosten, Latte oder Eckfahne abprallt. Genau dieser ständig im Spiel befindliche Ball ist es, den der Keeper außerhalb seines Strafraums eben nicht in die Hand nehmen darf, egal wie knapp die Entscheidung am Ende fällt.

Die Ausnahme, die viele Fans nicht auf dem Schirm haben: Die Strafraumlinie selbst zählt noch zum Strafraum. Steht der Ball also exakt auf der Linie oder der Torwart berührt ihn, während ein Teil des Balls noch die Linie berührt, ist das erlaubt. Erst wenn der Ball komplett außerhalb liegt, wird aus der Parade ein Vergehen.

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Ein Keeper rennt aus seinem Kasten, um einen langen Ball vor einem Stürmer abzufangen, und greift kurz vor der Strafraumlinie mit der Hand zu. Darf er das?

Quellen1 Quelle

IFAB Laws of the Game — Law 9: The Ball in and out of Play

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