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Darf ein Fußballspieler das Spielfeld verlassen?

Ein Stürmer sitzt am Spielfeldrand, der Physio bandagiert sein Knie, der Schuh liegt daneben – und mittendrin rollt der Ball an ihm vorbei. Darf er überhaupt dort sitzen, und was, wenn er den Ball berührt?

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

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Das Bild kennt jeder: Ein Spieler liegt hinter der Seitenlinie, der Betreuer schnürt ihm den Schuh neu, während drinnen weitergespielt wird. Niemand pfeift ab, niemand regt sich auf. Genau das ist der Punkt – ein Spieler darf das Feld verlassen, ohne dass das Spiel unterbrochen wird, solange der Grund dafür legitim ist.

Die Antwort ist also klar: Ja, ein Spieler darf das Spielfeld verlassen. Das Regelwerk nennt ausdrücklich Verletzungsbehandlung und das Richten der Ausrüstung als zulässige Gründe. Der Spieler bleibt dabei weiterhin Teil des Spiels, auch wenn er gerade nicht mitspielt – er muss nicht erst eingewechselt oder neu angemeldet werden, um zurückzukehren.

Interessant wird es bei einer Situation, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Was passiert, wenn genau dieser Spieler am Spielfeldrand den Ball berührt, etwa weil er ihm in die Quere rollt, kurz bevor er die Linie überquert? Das IFAB-Regelwerk, Gesetz 9 – Der Ball im und aus dem Spiel, hat dafür eine eigene Formulierung parat: "If, without intending to interfere with play unfairly, a team official, substitute, substituted or sent-off player or player who is temporarily off the field of play (injury, adjusting equipment etc.) touches the ball while it is still in play but when it is clearly leaving the field of play, this is penalised with an indirect free kick; there is no sanction." Übersetzt: Berührt ein Spieler, der gerade wegen Verletzung oder Ausrüstung draußen ist, ungewollt den Ball, während dieser gerade das Feld verlässt, gibt es indirekten Freistoß – aber keine Karte, keine Verwarnung, gar nichts weiter.

Das Wort "unfairly" trägt hier die ganze Last der Regel. Die Schiedsrichter unterstellen dem Spieler am Rand erstmal keine böse Absicht. Es ist ein reiner Zufallskontakt, der das Spiel kurz unterbricht, aber niemanden bestraft. Genauso wichtig ist die Formulierung "temporarily off the field of play" – der Spieler bleibt also offiziell im Spielgeschehen eingetragen, er ist nur räumlich gerade nicht drin. Das unterscheidet ihn von einem Auswechselspieler auf der Bank, der ohnehin nicht eingreifen darf.

Der Ausnahmefall, den die wenigsten kennen: Die Regel gilt ausdrücklich nur, wenn der Ball "clearly leaving the field of play" ist – also erkennbar im Begriff ist, die Linie zu verlassen. Rollt der Ball dagegen mitten im Feld in Richtung des am Rand sitzenden Spielers und der mischt sich munter ein, greift die Ausnahme nicht mehr. Dann geht es nicht mehr um einen harmlosen Zufallskontakt am Rand, sondern um echte Einmischung ins laufende Spiel, und das bewertet der Schiedsrichter völlig anders.

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Ein Stürmer sitzt am Spielfeldrand, der Physio bandagiert sein Knie, der Schuh liegt daneben – und mittendrin rollt der Ball an ihm vorbei. Darf er überhaupt dort sitzen, und was, wenn er den Ball berührt?

Quellen1 Quelle

IFAB Laws of the Game — Law 9: The Ball in and out of Play

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