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Darf ein Fußballspieler im Spiel Kaugummi kauen?

Darf ein Fußballspieler im Spiel Kaugummi kauen?

Darf ein Fußballspieler im Spiel Kaugummi kauen?

Vor jedem Eckball, bei jeder Coaching-Zone-Szene: Irgendwo auf dem Platz mahlt ein Kiefer. Ist das eigentlich erlaubt?

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT

Ein Innenverteidiger steht vor der eigenen Mauer, Blick starr auf den Ball am Elfmeterpunkt, Kiefer arbeitet im Sekundentakt. Ein paar Meter weiter kaut der Trainer an der Seitenlinie im gleichen Rhythmus, die Arme vor der Brust verschränkt. Beide tun das Gleiche, nur die Trikots sind andere.

Die Antwort ist einfach: Ja, ein Fußballspieler darf während des Spiels Kaugummi kauen. Es gibt kein Verbot dafür, weder für Spieler noch für Trainer. Niemand pfeift ab, weil jemand auf einem Streifen Kaugummi kaut.

Warum sieht man es dann trotzdem ständig, dieses Kauen im Sekundentakt? Meistens steckt keine große Taktik dahinter, sondern Nervosität. Ein enges Spiel, die letzten Minuten, ein Elfmeter, der gleich geschossen wird – der Puls geht hoch, und Kauen beruhigt. Manche Spieler nutzen es auch schlicht zur Konzentration, ein kleiner motorischer Anker, während der Kopf beim nächsten Laufweg oder beim gegnerischen Stürmer ist. Das ist bei Trainern an der Außenlinie genauso zu beobachten wie bei Spielern auf dem Feld: dasselbe Kauen, dieselbe Funktion, nur ein anderer Platz auf dem Rasen.

Der Schiedsrichter hat damit grundsätzlich nichts zu tun. Er achtet auf Fouls, auf Abseits, auf Zeitspiel – nicht darauf, was jemand im Mund hat. Ein Einschreiten wäre nur in einem Fall denkbar: wenn der Kaugummi missbräuchlich eingesetzt wird, etwa als Wurfgeschoss in Richtung eines Gegenspielers oder auf respektlose Weise, zum Beispiel in dessen Richtung ausgespuckt. Dann geht es aber nicht um das Kauen an sich, sondern um eine Unsportlichkeit, die genauso geahndet würde, käme sie von einem Spieler ohne Kaugummi im Mund.

Genau diese Unterscheidung lohnt sich zu merken: Das Kauen selbst ist neutral, so wie ein Spieler seine Schuhe bindet oder sich die Stutzen hochzieht. Erst die Handlung drumherum kann zum Problem werden. Wer also beim nächsten Eckball wieder einen Spieler mit arbeitendem Kiefer sieht, schaut nicht auf ein Regelvergehen, sondern auf einen kleinen, sehr menschlichen Trick gegen die eigene Anspannung.

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