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Warum tragen Fußballer Tops unter dem Trikot?

Warum tragen Fußballer Tops unter dem Trikot?

Warum tragen Fußballer Tops unter dem Trikot?

Kalter Winterabend, Anstoß um 20.45 Uhr: Unter dem kurzärmligen Trikot blitzt bei einigen Spielern ein enganliegender schwarzer Ärmel hervor. Was auf den ersten Blick wie ein modisches Statement wirkt, hat einen ganz praktischen Grund.

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

Dezember, Flutlicht, Bodennebel über dem Rasen. Ein Verteidiger steht beim Eckball mit hochgezogenen Schultern in der Mauer, und unter seinem Trikotärmel schaut ein enges, langärmliges Unterteil hervor. Ein anderer Spieler zieht nach dem Abpfiff sein Trikot über den Kopf, darunter kommt eine Weste zum Vorschein, zwischen den Schulterblättern sitzt eine kleine Tasche mit einem Sender darin.

Der erste Fall ist einfach erklärt: Das ist ein Thermo- oder Kompressionstop, enganliegend getragen, um den Körper bei Kälte warm zu halten und die Muskulatur zu stützen. Zusätzlich transportiert der Stoff Schweiß von der Haut weg, damit sich das Trikot darüber nicht vollsaugt und der Spieler nicht auskühlt, sobald das Tempo mal rausgeht.

Die Funktion sitzt eng am Körper, weil sie so am besten arbeitet: Ein Kompressionsstoff presst leicht auf Muskeln und Sehnen, das soll die Durchblutung unterstützen und den Muskel während der Belastung stabil halten. Der Effekt ist ähnlich wie bei Kompressionsstrümpfen im Ausdauersport, nur eben am Oberkörper. Bei Spielen im Hochsommer sieht man solche Tops entsprechend seltener, die Kälte ist der Haupttreiber, nicht die Optik.

Die zweite Sache, die Ärmel und Sensortasche, hat mit dem Aufwärmen oder mit dem Training gar nichts zu tun, sondern mit Daten. Die enganliegenden Westen mit der kleinen Tasche zwischen den Schulterblättern enthalten GPS-Tracker. Die zeichnen auf, wie weit ein Spieler läuft, wie oft und wie schnell er sprintet und wie seine Herzfrequenz sich über neunzig Minuten entwickelt. Trainerteams werten das nach dem Spiel aus, um Belastung zu steuern und Ermüdung frühzeitig zu erkennen, bevor daraus eine Verletzung wird.

Beide Dinge (das Thermotop und die Sensorweste) lassen sich auch gleichzeitig tragen, das eine schließt das andere nicht aus. Und beide sind reine Privatsache des Spielers. Niemand schreibt vor, dass ein Profi bei fünf Grad ein Top unter dem Trikot tragen muss, genauso wenig, dass er eine GPS-Weste anlegen muss. Der eine friert schneller als der andere, der eine mag den engen Stoff auf der Haut, der andere findet ihn unangenehm. Deshalb sieht man in derselben Startelf oft Spieler mit und ohne Ärmel nebeneinander stehen, selbst bei gleicher Wetterlage.

Der Effekt bleibt dadurch auch schwer objektiv zu messen. Der eine Spieler schwört auf sein Thermotop, weil er sich damit wärmer und beweglicher fühlt, der andere kommt ganz ohne aus und friert offenbar seltener. Beides ist Erfahrungssache, keine Vorschrift und auch kein Beweis, dass es ohne Top nicht ginge.

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