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Warum haben Fußballer Klebeband am Handgelenk?

Warum haben Fußballer Klebeband am Handgelenk?

Warum haben Fußballer Klebeband am Handgelenk?

Ein Spieler streift sich vor dem Aufwärmen ein Stück Tape ums Handgelenk, fest genug, dass die Haut leicht eindellt. Kein Verband, keine Schiene – nur ein schmaler weißer oder schwarzer Streifen. Was dahintersteckt, hat meist wenig mit Show zu tun.

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

Man sieht es beim Einlaufen: Ein Profi wickelt sich selbst oder lässt sich vom Physio ein Stück Klebeband ums Handgelenk kleben, mehrmals rundherum, dann fest angedrückt. Bei manchen sitzt es locker unterm Trikotärmel, bei anderen liegt es sichtbar auf der nackten Haut.

Der Hauptgrund ist Stabilität. Das Tape stützt ein Gelenk, das schon mal umgeknickt, verstaucht oder bei einem Zweikampf überdehnt wurde. Nach einem Sturz auf die ausgestreckte Hand oder einem Zusammenprall im Strafraum bleibt das Handgelenk oft wochenlang empfindlich. Tape schränkt die Beweglichkeit minimal ein und gibt dem Spieler das Gefühl, dass nichts mehr wegknickt – ganz ähnlich wie Tape am Knöchel, nur seltener im Blickfeld der Kamera.

Medizinisch bringt das vor allem propriozeptive Wirkung: Die Haut spürt den Zug des Bandes und meldet dem Gehirn, wo sich das Gelenk gerade befindet. Das hilft, eine riskante Bewegung – etwa ein Abstützen beim Fall – frühzeitig abzufangen, bevor sie wehtut. Eine echte Ruhigstellung ist das nicht, dafür ist Tape zu elastisch. Es ist eher eine Erinnerung an den Körper, vorsichtig zu sein.

Nicht jeder mit Tape am Arm hat aber eine Verletzung. Manche Spieler kleben sich das Band aus reiner Gewohnheit an, Woche für Woche, unabhängig vom körperlichen Zustand. Es gehört für sie zum Ritual vor dem Anpfiff wie das Anziehen der Schienbeinschoner oder das letzte Innenspiel im Kreis – mehr Kopfsache als Notwendigkeit.

Der zweite, weniger offensichtliche Grund hat nichts mit Medizin zu tun: Das Tape hält den Trikotärmel eng am Arm. Bei engen Zweikämpfen greift der Gegner gerne mal am Ärmel, um einen Laufweg zu bremsen oder den Körperkontakt zu verstärken. Ein Ärmel, der eng anliegt und nicht verrutscht, lässt sich schlechter fassen und stört beim Sprinten oder Werfen weniger. Deshalb tapen sich auch komplett unverletzte Spieler die Handgelenke, schlicht um den Stoff zu bändigen.

Die Farbe des Bandes ist dabei fast immer Geschmackssache – manche wählen Vereinsfarben, andere greifen einfach zu dem Tape, das im Medizinkoffer gerade obenauf liegt. Ein einheitliches Bild gibt es nicht: Der eine Spieler trägt es an beiden Handgelenken, der andere nur an einem, wieder andere verzichten komplett darauf, obwohl sie dieselbe Vorgeschichte an Blessuren haben. Es bleibt eine individuelle Entscheidung zwischen Physiotherapeut und Spieler, mal aus Notwendigkeit, mal aus reiner Routine.

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Ein Spieler streift sich vor dem Aufwärmen ein Stück Tape ums Handgelenk, fest genug, dass die Haut leicht eindellt. Kein Verband, keine Schiene – nur ein schmaler weißer oder schwarzer Streifen.

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