
Warum haben Fußballer eigene Stiftungen?
Warum haben Fußballer eigene Stiftungen?
Ein Bundesliga-Profi steht nicht im Stadion, sondern im Krankenhausflur: Jogginghose statt Trikot, umgeben von Kindern in Klinikbetten, ein Foto von einer Übergabe eines signierten Trikots. Hinter ihm hängt ein Banner mit seinem Namen und dem Zusatz „Stiftung“. Wer diese Szenen kennt, fragt sich zu Recht: warum das eigentlich?
Viele Profis gründen ihre eigene Stiftung, weil sie durch Millionengehälter und Bekanntheit eine Reichweite haben, die kein normaler Spender hat, und die sie nutzen wollen. Der Grundgedanke ist einfach: etwas zurückgeben. Themen wie Kinderarmut, Bildung oder schwere Krankheiten stehen dabei meist im Zentrum, weil sie sich mit der eigenen Geschichte oder dem eigenen Umfeld verbinden lassen.
Eine Stiftung ist dabei kein PR-Gag, sondern vor allem eine Struktur. Statt hier und da mal einen Spendenscheck zu unterschreiben, baut sich der Spieler eine dauerhafte Organisation, die Gelder sammelt, verwaltet und gezielt weitergibt. Projekte laufen so über Jahre, nicht nur für eine Saison, und es gibt feste Ansprechpartner, Programme, oft sogar eigenes Personal. Wer wirklich etwas bewegen will und nicht nur einmal spenden, braucht diesen Rahmen.
Dass so eine Stiftung auch dem Image nützt, ist kein Geheimnis. Sponsoren sehen soziales Engagement gern, Vermarkter bauen es in Kampagnen ein, und ein Spieler, der sich öffentlich für Kinderkliniken einsetzt, wirkt sympathischer als einer, der nur Autos und Uhren postet. Das ist ein Nebeneffekt, kein Widerspruch: beides kann gleichzeitig stimmen, echtes Engagement und ein positives Bild in der Öffentlichkeit.
Steuerlich lohnt sich eine gemeinnützige Stiftung in Deutschland ebenfalls, mit entsprechenden Vergünstigungen. Nur ist das in der Praxis selten der Hauptgrund für die Gründung. Wer nur Steuern sparen will, findet einfachere Wege als eine eigene Organisation mit Satzung, Vorstand und Jahresberichten aufzubauen. Der Aufwand lohnt sich eher, wenn wirklich ein Anliegen dahinter steckt.
Und genau da liegt oft der eigentliche Ursprung: die persönliche Geschichte. Manche Spieler haben selbst eine schwere Krankheit überstanden oder in der Familie erlebt, andere kommen aus Verhältnissen, in denen genau die Probleme Alltag waren, die ihre Stiftung heute bekämpft, Armut, fehlender Zugang zu Bildung, mangelnde medizinische Versorgung. Diese Herkunft erklärt, warum manche Stiftungen sich sehr eng auf ein Thema oder eine Region konzentrieren, während andere breiter aufgestellt sind. Es gibt kein einheitliches Muster, jeder Spieler bringt sein eigenes Motiv mit.
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