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Irlands Trainer legt sich mit Israel an — photo: Sportschau Fußball

Photo: Sportschau Fußball

Irlands Trainer legt sich mit Israel an

Eigentlich sollte es vor dem Nations-League-Duell zwischen Irland und Israel nur um Aufstellungen und Tabellenplätze gehen. Stattdessen steht Irlands Trainer Heimir Hallgrimsson jetzt im Zentrum eines diplomatischen Nachspiels, weil er sich kritisch über Israels Vorgehen im Nahost-Konflikt geäußert hat.

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT
·VIRAL

Laut Sportschau hat Hallgrimsson im Vorfeld der Partie klar Stellung bezogen und Israels Handeln im Gaza-Konflikt scharf kritisiert. Die genauen Formulierungen des Isländers sind aus dem Bericht nicht im Detail zitiert, doch die Reaktion aus Tel Aviv lässt keinen Zweifel daran, wie sie dort aufgenommen wurden.

Der israelische Fußballverband hat auf die Äußerungen mit scharfer Kritik an Hallgrimsson reagiert, wie Sportschau berichtet. Ob es über die verbale Retourkutsche hinaus formelle Schritte gibt, etwa eine Beschwerde bei der UEFA oder der FIFA, ist bislang nicht bekannt.

Sport und Politik, wieder auf Kollisionskurs

Dass ein Nationaltrainer sich zu einem geopolitischen Konflikt äußert, kurz bevor seine Mannschaft gegen genau dieses Land spielt, ist selten. Fußballverbände versuchen für gewöhnlich, genau solche Momente zu vermeiden, weil sie das eigentliche Sportereignis überschatten und diplomatisches Porzellan zerschlagen können, das nicht der Trainer zusammengekehrt bekommt.

Hallgrimsson hat sich für den anderen Weg entschieden. Für einen Nationaltrainer, dessen Job eigentlich aus Systemfragen und Kaderplanung besteht, ist das eine ungewöhnlich klare Positionierung, gerade weil sie ausgerechnet vor einem Pflichtspiel gegen die betroffene Nation kommt.

Die Debatte, die bleibt

Die Frage, ob Nationaltrainer ihre Plattform für politische Statements nutzen sollten, ist nicht neu, aber sie stellt sich hier mit besonderer Schärfe. Israels Nationalmannschaft tritt seit Beginn des Gaza-Kriegs ohnehin regelmäßig unter erhöhter medialer und politischer Aufmerksamkeit an, und jede öffentliche Äußerung eines gegnerischen Trainers wird entsprechend genau seziert.

Für die UEFA bedeutet das ein Nations-League-Spiel, das eigentlich nur um Punkte gehen sollte, jetzt aber mit einer diplomatischen Vorgeschichte belastet ist.

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