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Sandro Wagner: Vom Bayern-Stürmer zum Cheftrainer bei Hannover 96
Sandro Wagner war ein Mittelstürmer, den man vor allem für seine Kopfballstärke und seine kompromisslose Art in Erinnerung hat – ein Spieler, der sich vom Bayern-Jugendspieler über etliche Stationen bis in die Nationalmannschaft kämpfte. Heute steht er wieder an der Seitenlinie, diesmal bei einem Zweitligisten mit großer Tradition.
Vom Strafraumstürmer zum Cheftrainer
Wer sich an Sandro Wagner erinnert, denkt zuerst an einen Stürmer, der mit dem Kopf Tore erzwang und sich nie für einen Umweg zu schade war. Elf Jahre in der Jugend des FC Bayern München, dann ein Weg über Duisburg, Bremen, Kaiserslautern, Hertha BSC, Darmstadt und Hoffenheim, bis er mit 30 Jahren noch einmal zu den Bayern zurückkehrte und dort zwei Meistertitel sowie den Pokal gewann. Für die Nationalmannschaft bestritt er acht Spiele, gewann mit ihr 2017 den Confed Cup und stach mit einem Hattrick gegen San Marino heraus, bevor er nach der Nichtberufung zur WM 2018 seinen Rücktritt erklärte. Nach einem letzten Karriereabschnitt in China bei Tianjin Teda beendete er 2020 seine Spielerlaufbahn.
Der Weg an die Seitenlinie
Wagner blieb dem Fußball erhalten, zunächst als TV-Experte bei ZDF und DAZN, dann als Stürmertrainer beim DFB für die Nachwuchsnationalmannschaften. 2021 übernahm er beim SV Unterhaching zunächst die A-Junioren, bevor er noch im selben Jahr Cheftrainer der Profimannschaft in der Regionalliga Bayern wurde. Nach einem enttäuschenden ersten Jahr führte er den Klub in der Saison 2022/23 zur Meisterschaft und schließlich über die Aufstiegsspiele gegen Energie Cottbus in die 3. Liga – woraufhin er den Verein verließ. Es folgte eine Rückkehr zum DFB, erst als Co-Trainer der U20, dann als Assistent von Julian Nagelsmann bei der A-Nationalmannschaft, inklusive der Heim-EM 2024, die im Viertelfinale gegen Spanien endete.
Kurzes Kapitel in Augsburg
Im Sommer 2025 wagte Wagner den Schritt zum Cheftraineramt in der Bundesliga und übernahm den FC Augsburg mit einem Vertrag bis 2028. Die Zeit dort verlief allerdings enttäuschend: Nach zwölf Ligaspielen mit nur drei Siegen, einem Remis und acht Niederlagen sowie dem Pokal-Aus gegen Zweitligist VfL Bochum trennte sich der Verein Anfang Dezember 2025 wieder von ihm.
Was Sandro Wagner heute macht
Nach dieser kurzen und schwierigen Episode in Augsburg meldete sich Wagner rasch zurück ins Geschäft: Seit dem 21. September 2026 ist er, während einer Länderspielpause verpflichtet, Cheftrainer des Zweitligisten Hannover 96. Er unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Damit übernimmt der frühere Bundesliga- und Nationalstürmer erneut die Verantwortung für eine Profimannschaft – dieses Mal bei einem Klub, gegen den er als Spieler einst selbst ein entscheidendes Tor erzielte, als er Darmstadt 98 mit einem Treffer gegen Hannover 96 ins DFB-Pokal-Achtelfinale schoss.
Ob Wagner bei Hannover an seine erfolgreichste Zeit als Trainer in Unterhaching anknüpfen kann, wird sich zeigen. Klar ist: Der einstige Bayern-Stürmer, der mit seiner direkten Art nie ein Blatt vor den Mund nahm, hat sich als Trainer inzwischen einen eigenen Weg jenseits des Rasens erarbeitet – mit Höhen wie dem Aufstieg mit Unterhaching und Rückschlägen wie dem kurzen Engagement in Augsburg.
Schafft Wagner bei Hannover den Aufschwung, den er in Augsburg schuldig blieb?
Quellen2 Quellen
Wikipedia (de), Wikipedia (en)
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