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Nils Petersen: Vom Bundesliga-Rekord-Joker zum TV-Experten

Kaum ein Name steht so sehr für die Kunst des entscheidenden Tores aus der zweiten Reihe wie Nils Petersen. Der Stürmer, der mit 34 Treffern nach Einwechslung bis heute Rekord-Joker der Bundesliga ist, hat seine Fußballschuhe keineswegs ganz an den Nagel gehängt – nur die Bühne hat gewechselt.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

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Vom Oberliga-Jungen zum Freiburger Rekordtorschützen

Nils Petersens Weg begann beim FC Einheit in seiner Heimatstadt Wernigerode, führte über den VfB Germania Halberstadt und das Sportgymnasium Jena schließlich zu Carl Zeiss Jena, wo er 2007 debütierte. Über Energie Cottbus, wo er 2011 mit 25 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde, landete er beim FC Bayern München – ein Transfer trotz laufenden Vertrags, der seine Qualität unterstrich. Nach einer Leihe zu Werder Bremen fand Petersen schließlich beim SC Freiburg seine fußballerische Heimat, für den er von 2015 bis 2023 spielte, mit 69 Bundesligatoren den Vereinsrekord hielt und insgesamt 105 Pflichtspieltore erzielte.

Sein Markenzeichen war der Auftritt von der Bank: Mit 34 Toren nach Einwechslung ist er bis heute Rekord-Joker der Bundesliga, übertraf dabei 2017 die bisherige Bestmarke von Alexander Zickler. Mit der Nationalmannschaft feierte er zudem olympisches Silber 2016 in Rio, wo er mit sechs Toren Torschützenkönig des Turniers wurde – darunter ein Fünferpack gegen Fidschi.

Das Karriereende und der neue Alltag

Am 29. März 2023 verkündete Petersen, seine Profikarriere am Saisonende zu beenden. Bei seiner Verabschiedung im letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg traf er noch einmal – standesgemäß nach Einwechslung, sein 34. Jokertor überhaupt.

Ganz von der Fußballschuhe getrennt hat er sich aber nicht. Nach dem Karriereende spielte Petersen noch für den Blankenburger FV in der Landesliga. Seit der Saison 2025/26 läuft er zudem für die zweite Mannschaft der Sportfreunde Oberried in der Kreisliga B auf – ein Freizeitvergnügen weit abseits der großen Bühne, auf der er einst als Joker glänzte.

Vor der Kamera statt auf dem Platz

Beruflich hat sich Petersen inzwischen klar in Richtung Medien orientiert. Von 2023 bis 2025 arbeitete er als TV-Experte für den Streamingdienst Prime Video, von 2024 bis 2025 parallel auch für RTL. Seit der Saison 2025/26 ist er nun als TV-Experte für den Streamingdienst DAZN im Einsatz und analysiert dort das Geschehen, das er selbst über 15 Jahre lang mitgeprägt hat.

Daneben ist Petersen auch literarisch aktiv geworden: 2023 erschien sein Buch „Bank-Geheimnis. Selbstgespräche eines Fußballprofis“, in dem er sich mit den Werten des Profifußballs auseinandersetzt – ein Thema, das ihm als langjährigem Einwechselspieler besonders vertraut sein dürfte. Privat heiratete er 2021 in Freiburg seine langjährige Lebensgefährtin Carla Dittmers, und ein Fußballspruch von ihm – „Früher hab' ich 80 Minuten zugeguckt, heute 90“ – wurde 2025 beim Deutschen Fußball-Kulturpreis sogar als Fußballspruch des Jahres ausgezeichnet.

Vom Rekord-Joker zum Medienprofi und Hobbykicker: Nils Petersen hat sich einen Platz im Fußball bewahrt – nur eben abseits des großen Scheinwerferlichts, das er sich einst so oft erst in der Schlussphase eines Spiels erobert hat.

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