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Mehr als Zwangsabstieg: Was Rivalen von City fordern

Ein Zwangsabstieg wäre für Manchester City historisch beispiellos, doch für etliche Rivalen ist das nur der Einstiegspreis. Sie wollen Titel zurück, eine Sperre von der Königsklasse und Garantien, dass sich das Modell Abu Dhabi nie wiederholt. Rechtlich ist das ein ganz anderes Spielfeld als das aktuelle Verfahren.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

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115 Punkte, ein enges Verfahren

Manchester City steht seit Jahren wegen mehr als 100 mutmaßlicher Regelverstöße in der Premier-League-Bilanzprüfung. Das Verfahren selbst ist technisch: Es geht um einzelne Anklagepunkte zu Finanzberichten, Sponsorenverträgen und Offenlegungspflichten, nicht um ein pauschales Urteil über 'wie korrupt war das alles'. Genau diese Enge sorgt bei Rivalen für Frust, weil ein Schuldspruch in einzelnen Punkten nicht automatisch die Höchststrafe nach sich zieht, die viele sich erhoffen.

Warum Abstieg allein zu billig wirkt

Für Fans anderer Klubs ist ein Zwangsabstieg vor allem symbolisch unbefriedigend. City hat in der betroffenen Ära acht Meisterschaften und die Champions League gewonnen. Ein Abstieg ändert daran nichts: Die Pokale stehen in der Vitrine, die Titelchronik bleibt unverändert, und ein Verein mit dieser Infrastruktur würde selbst aus der Championship binnen kurzer Zeit zurückkehren. Der Ruf nach 'mehr' speist sich aus genau diesem Gefühl, dass eine Liga-Strafe den sportlichen Vorteil der vergangenen Jahre nicht rückgängig macht.

Die Forderung: Titel weg, Historie korrigiert

Der radikalste Wunsch ist der Entzug aller acht Meistertitel aus der Guardiola-Ära, verbunden mit der Frage, was mit ihnen passieren soll. Eine Variante, über die diskutiert wird, ist die leere Tafel: Die betroffenen Spielzeiten bleiben ohne offiziellen Meister, statt nachträglich an Liverpool oder Arsenal zu gehen. Elegant klingt das, weil niemand behaupten müsste, 'eigentlich' Meister gewesen zu sein. Es löst aber nicht das Grundproblem, dass eine gesamte Saison mit allen Tabellenplätzen, Abstiegskämpfen und Europapokalplätzen auf einem einzigen Titel aufbaut, der dann fehlt.

Bann statt Bilanz

Neben dem Titelentzug kursiert die Idee eines zeitlich befristeten Ausschlusses aus der Champions League, ähnlich den Fällen, die die UEFA in der Vergangenheit gegen andere Klubs verhängt hat. Das träfe City härter als jede Liga-interne Strafe, weil es direkt an Einnahmen, Ansehen und die Fähigkeit rührt, Topspieler zu halten. Nur: Die Premier League selbst hat dafür keine Handhabe, das wäre Sache der UEFA, und die müsste ihrerseits ein eigenes Verfahren mit eigenen Beweismitteln führen.

Strukturreform als eigentliches Ziel

Der am wenigsten spektakuläre, aber am häufigsten genannte Wunsch betrifft nicht City selbst, sondern das System dahinter: schärfere Eigentümer-Tests, verpflichtende Offenlegung von Sponsorendeals mit Verbindung zu den Klub-Eignern, und eine Finanzkontrolle, die nicht erst Jahre nach mutmaßlichen Verstößen greift. Für viele Rivalen ist eine harte Strafe gegen City nur die halbe Miete, wenn das nächste staatlich finanzierte Projekt dieselben Lücken wieder findet.

Was realistisch bleibt

Je größer die geforderte Strafe, desto größer das Risiko für die Premier League selbst: Jede Entscheidung, die über das eigentliche Verfahren hinausgeht, öffnet City die Tür zu jahrelangen Berufungen und möglichen Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe. Das unabhängige Gremium, das über den Fall entscheidet, ist an die konkreten Anklagepunkte gebunden, nicht an die Stimmung unter rivalisierenden Fanlagern. Ein Zwangsabstieg bei entsprechend schweren Verstößen ist im Regelwerk vorgesehen und damit das realistischste Extremszenario. Titelentzug rückwirkend über acht Spielzeiten, ein europäischer Bann oder eine komplette Neuordnung der Eigentümerregeln sind politisch denkbar, aber juristisch ein eigenes, viel längeres Verfahren. Wer mehr als Abstieg fordert, fordert im Grunde eine zweite Schlacht, die noch gar nicht begonnen hat.

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