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Mata scherzt: Holt er die Meisterschaft nachträglich?

Juan Mata hat nie die Premier League gewonnen, sagt er. Oder doch? Der Spanier spielt mit dem Gedanken, dass Manchester City am Ende Titel verliert, die dann rückwirkend an die Vereine gehen, die dahinter standen. Klingt charmant, hält der Realität aber kaum stand.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

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Der Witz und sein Kern

Juan Mata hat bei Chelsea nie den Titel geholt: Er wechselte 2014 zu Manchester United, kurz bevor die Blues 2014/15 Meister wurden. Bei United wurde er nie englischer Meister, dafür oft genug Zweiter hinter Manchester City. Genau daraus speist sich Matas Scherz. Sollte City wegen der 115 Anklagepunkte am Ende tatsächlich Titel entzogen bekommen, würde dann nicht automatisch der Zweitplatzierte zum Meister erklärt? Und war das nicht 2017/18 sein eigener Klub?

Warum das juristisch keine Formsache ist

Wir haben an dieser Stelle bereits erklärt, wie groß der Unterschied zwischen dem laufenden Verfahren und der Forderung nach Titelentzug und Zwangsabstieg ist. Das aktuelle Verfahren dreht sich um mutmaßliche Verstöße gegen die Financial Fair Play-Regeln über fast ein Jahrzehnt, verhandelt von einem unabhängigen Gremium der Premier League. City bestreitet sämtliche Vorwürfe. Selbst im Fall einer Verurteilung ist der Strafenkatalog breit gefächert: Geldstrafen, Punktabzüge, im Extremfall auch der Entzug von Titeln. Aber nichts davon passiert automatisch, und nichts davon bedeutet, dass die Tabelle rückwirkend neu sortiert und ein neuer Meister gekürt wird.

Das Problem mit der Nachbesetzung

Die Premier League hat in ihrer Geschichte nie einen Meistertitel nachträglich einem anderen Klub zugesprochen, weil der ursprüngliche Sieger disqualifiziert wurde. Das liegt auch daran, dass eine Saison kein geschlossenes System ist, das sich einfach neu berechnen lässt. Ergebnisse gegen den bestraften Klub, Tordifferenzen, Motivationslagen an Spieltagen, an denen es um nichts mehr ging, weil die Meisterschaft längst entschieden schien: All das würde sich anders entwickelt haben, wäre der Titel von Anfang an offen gewesen. Ein Gremium kann einem Klub Punkte oder einen Titel wegnehmen. Es kann aber schwer behaupten, genau zu wissen, wie die Saison ohne die Verstöße verlaufen wäre, und wer sie dann gewonnen hätte.

Wo Mata tatsächlich recht haben könnte

Das heißt nicht, dass sein Punkt komplett aus der Luft gegriffen ist. Es gibt einen Unterschied zwischen "City verliert den Titel" und "jemand anderes gewinnt ihn". Historisch neigen Verbände in solchen Fällen eher dazu, eine Saison als vakant zu erklären, sprich: kein Meister, statt den Pokal einfach weiterzureichen. Das war bei anderen europäischen Fällen mit Financial-Fair-Play-Bezug schon zu beobachten. Für Mata würde das bedeuten: Sein Name taucht in keinem Fall in der Siegerliste auf, egal wie das Verfahren gegen City ausgeht. Der Trophäenschrank bliebe wie er ist, nur eben mit einem Sternchen neben Citys Einträgen.

Die eigentliche Pointe

Matas Aussage funktioniert vor allem als Kommentar zur Absurdität der Debatte, nicht als ernsthafte Rechtsprognose. Er weiß selbst, dass es keinen Mechanismus gibt, der United nachträglich zum Meister von 2017/18 macht, nur weil City später verurteilt werden könnte. Die Forderung nach komplettem Titelentzug und Zwangsabstieg, wie sie von Kritikern erhoben wird, ist ohnehin ein anderes Spielfeld als das eigentliche Verfahren, das gerade läuft. Bis zu einem Urteil bleibt die Tabelle so stehen, wie sie ist, und Mata bleibt offiziell ohne Premier-League-Titel. Sein Witz lebt genau davon.

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