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Infantinos geheimer Plan von 2018 — photo: Sportschau Fußball

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Infantinos geheimer Plan von 2018

Ein neuer Bericht des Sportschau wirft einen langen Schatten auf Gianni Infantinos Amtszeit als FIFA-Präsident: Bereits 2018 soll er versucht haben, kommerzielle Rechte des Weltverbands an externe Investoren zu verkaufen – mutmaßlich aus Saudi-Arabien. Der interne Plan trug den Codenamen 'Projekt Trophy'. Und er kreiste um zwei Wettbewerbe, die seitdem die Fußballwelt beschäftigen: die Klub-WM und eine globale Nations League.

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·Aktualisiert ·2 MIN LESEZEIT

Was 'Projekt Trophy' gewesen sein soll

Laut Sportschau soll Infantino bereits sieben Jahre vor der aufgeblähten 32-Klub-WM 2025 in den USA versucht haben, Investoren ins Boot zu holen – und das nicht auf dem üblichen Weg über FIFA-Gremien, sondern offenbar im Hintergrund. Im Zentrum des Plans: die Vermarktungsrechte an der Klub-WM und an einem damals noch hypothetischen globalen Nations-League-Format. Wer genau auf der anderen Seite des Tisches saß, ist laut Sportschau nicht bestätigt – die Formulierung lautet 'mutmaßlich aus Saudi-Arabien'. Das ist ein wichtiger Unterschied. Ein Verdacht ist kein Beweis.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Bericht basiert bislang ausschließlich auf einer Recherche der Sportschau. Eine zweite unabhängige Quelle liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Wir berichten, weil die Sportschau ein seriöses öffentlich-rechtliches Medium ist – behalten uns aber vor, den Artikel bei neuen Erkenntnissen zu aktualisieren.

Dennoch ist die Richtung des Berichts brisant genug. Denn wenn die Darstellung stimmt, wurden zwei der umstrittensten Reformprojekte der Infantino-Ära nicht primär aus sportlichen Gründen angetrieben – sondern aus kommerziellem und geopolitischem Kalkül, das weit vor der öffentlichen Debatte begann.

Die Verbindung zur Klub-WM

Die Erweiterung der Klub-WM auf 32 Teams war von Anfang an ein Projekt mit Gegnern: Europas Topklubs, die UEFA, Spielergewerkschaften – sie alle meldeten Bedenken an. Infantino setzte das Turnier trotzdem durch. Das erste Turnier in dieser Form findet im Sommer 2025 in den USA statt. Wenn 'Projekt Trophy' tatsächlich schon 2018 existierte, dann war die Erweiterung kein spontaner Reformimpuls, sondern ein langfristig vorbereitetes Produkt – mit potenziellen Käufern, bevor es das Produkt offiziell gab.

Die Frage stellt sich von selbst: Wer hat diese Wettbewerbe eigentlich für wen gebaut?

Saudi-Arabien und der Griff nach dem Fußball

Dass Saudi-Arabien seit Jahren systematisch in den globalen Fußball investiert – von der Premier-League-Übernahme bei Newcastle über die LIV-Golf-Strategie bis zur WM-Bewerbung 2034 – ist kein Geheimnis. Der Sportschau-Bericht, sollte er sich erhärten, würde diese Strategie um ein frühes Kapitel ergänzen: direktes Interesse an FIFA-Strukturen, noch bevor die öffentliche Offensive begann.

Infantino selbst hat in den vergangenen Jahren enge Beziehungen zu Saudi-Arabien gepflegt und seinen Wohnsitz zeitweise nach Riad verlegt. Er hat das stets als privat und unproblematisch dargestellt. 'Projekt Trophy' legt nahe, dass die Fragen zur Unabhängigkeit seiner Amtsführung älter sind als bisher bekannt.

Was noch unklar ist

Der Bericht stammt bislang von einer einzigen Quelle – Sportschau, einem seriösen öffentlich-rechtlichen Medium, aber ohne bestätigende Zweitquelle. Die Identität der Investoren ist nicht gesichert. Der genaue Umfang des Plans, sein Ausgang und ob er jemals formell in FIFA-Gremien diskutiert wurde, bleibt offen. Infantino und die FIFA haben sich auf Anfrage bislang nicht geäußert – zumindest nicht öffentlich.

Sollten weitere Medien den Bericht aufgreifen oder die FIFA Stellung nehmen, aktualisieren wir diesen Artikel.

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