
Warum haben viele Fußballer O-Beine?
Warum haben viele Fußballer O-Beine?
Beim Sprint über die Außenbahn fällt es sofort auf: Die Knie stehen weit auseinander, die Beine formen von der Hüfte bis zum Knöchel einen Bogen. Warum sehen die Beine vieler Fußballer so aus?
Ein Flügelspieler zieht im Sprint an der Seitenlinie vorbei, die Kamera fängt die Beine in Nahaufnahme ein: Die Knie zeigen nach außen, die Unterschenkel biegen sich leicht zurück nach innen zum Fuß. Dieses Bild kennt man aus dem Fußball öfter als aus fast jeder anderen Sportart.
Die Antwort ist eine Mischung aus drei Dingen: Veranlagung, Muskelaufbau und Training im Kindesalter. Es gibt keine Regel und keine Ausrüstung dahinter, es ist schlicht eine körperliche Eigenschaft.
Ein Teil davon ist reine Genetik. Manche Menschen kommen mit einer leichten O-Bein-Stellung zur Welt oder entwickeln sie unabhängig davon, ob sie je einen Ball getreten haben. Bei Fußballern fällt das nur mehr auf, weil ihre Beine ständig in Bewegung und oft unbekleidet im Bild sind.
Der zweite Faktor ist die Belastung im Kindesalter. Wer schon mit sechs oder sieben Jahren mehrmals pro Woche trainiert, tut das in einer Phase, in der die Wachstumsfugen der Knochen noch offen sind. Die Beinachse reagiert auf wiederholte Belastung wie Sprints, Richtungswechsel und Schüsse, und das kann die Form der Beine über Jahre hinweg leicht nach außen drücken. Bei einem Erwachsenen, der erst spät mit intensivem Sport beginnt, passiert das kaum noch, weil die Knochen dann längst ausgewachsen sind.
Der dritte Punkt ist optisch, aber nicht weniger real: kräftige Ober- und Unterschenkelmuskulatur. Jahre im Krafttraining und im Laufpensum bauen Oberschenkel und Waden auf, die Muskeln liegen dann so, dass die Beinachse stärker gebogen wirkt, als sie es knöchern tatsächlich ist. Ein Bein kann also medizinisch kaum ausgeprägt O-förmig sein und trotzdem im Fernsehbild extrem gebogen aussehen, einfach weil die Muskulatur drumherum das Bild verzerrt.
Die Ausnahme, die viele nicht erwarten: Nicht jeder Fußballer mit sichtbaren O-Beinen hat sie durchs Fußballspielen bekommen, und nicht jeder, der seit der Kindheit kickt, entwickelt sie überhaupt. Genetik entscheidet oft schon vorher mit, wie stark die Beinachse überhaupt reagiert. Manche Spieler mit dem gleichen Trainingspensum bleiben komplett gerade in den Beinen, andere zeigen die Krümmung schon als Jugendliche. Es ist also kein Naturgesetz des Profifußballs, sondern eine Veranlagung, die durch frühes, intensives Training bei manchen Körpern verstärkt wird und bei anderen kaum eine Rolle spielt.
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