
Warum tragen Fußballer bei der WM pinke Schuhe?
Warum tragen Fußballer bei der WM pinke Schuhe?
Ein Stürmer zieht im Strafraum ab, und plötzlich blitzt unter dem Trikot ein knallpinkes Paar Schuhe auf. Kein Zufall, sondern Kalkül der Ausrüster.
Ein Flügelspieler sprintet die Außenbahn hoch, die Kamera zoomt näher, und da sind sie: leuchtend pinke Schuhe, die sich vom grünen Rasen abheben wie ein Leuchtstift auf weißem Papier. Bei Großturnieren wie der WM sieht man das plötzlich reihenweise, bei Spielern aus komplett unterschiedlichen Nationalmannschaften.
Der Grund ist simpel: Marketing. Nike, Adidas und Puma bringen zu solchen Turnieren limitierte Farbeditionen ihrer Schuhmodelle raus, und Pink gehört seit Jahren zu den Favoriten. Die Spieler suchen sich diese Farbe in der Regel nicht selbst aus. Wer bei einem der großen Ausrüster unter Vertrag steht, trägt das, was der Konzern für das Turnier vorgibt. Das steht so im Vertrag, nicht im Geschmack des Spielers.
Warum ausgerechnet grelle Farben wie Pink, Neongelb oder Knallorange? Weil sie im Fernsehen extrem gut sichtbar sind. Bei einer WM schauen Hunderte Millionen Menschen zu, viele davon auf Handy- oder Laptop-Bildschirmen, wo Details schnell untergehen. Ein pinkes Paar Schuhe fällt auch aus der Ferne sofort auf und bleibt im Kopf hängen. Für die Hersteller ist das Werbefläche in bester Sendezeit, günstiger als jeder Spot in der Halbzeitpause. Jeder Zweikampf, jede Standardsituation, jedes Zeitlupenreplay zeigt das Logo auf der Zunge oder an der Ferse noch einmal extra deutlich.
Weil viele Nationalspieler unterschiedlicher Länder beim selben Ausrüster unter Vertrag stehen, tragen sie zur gleichen Zeit dieselbe Farbkollektion. Ein Brasilianer und ein Niederländer im selben Turnier können so zufällig im exakt gleichen Pink auflaufen, obwohl sie sich vorher nie abgesprochen haben und in völlig verschiedenen Teams spielen. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine abgestimmte Aktion oder ein modisches Statement der Spieler, ist in Wahrheit aber einfach der Ausrüster-Katalog, der zeitgleich weltweit ausgeliefert wird.
Der Punkt, der viele überrascht: Es gibt keine Vorschrift, die die Schuhfarbe bei der WM regelt oder einschränkt. Ein Spieler könnte theoretisch in giftgrünen, lilafarbenen oder komplett schwarzen Schuhen auflaufen, solange sein Ausrüster das zulässt. Die auffälligen Farben, die man bei jeder WM sieht, sind also keine Auflage von außen, sondern eine Entscheidung, die komplett bei Nike, Adidas und Puma liegt. Die Hersteller haben schlicht gemerkt, dass grelle Farben mehr Aufmerksamkeit bringen als klassisches Schwarz oder Weiß, und ziehen das seit Jahren konsequent durch.
Interessant wird es, wenn ein Spieler den Ausrüster wechselt oder auslaufende Verträge hat. Dann kann es vorkommen, dass er zwischen zwei Farbwelten wechselt oder kurzfristig neutrale Schuhe trägt, weil die neue Kollektion noch nicht freigegeben ist. Auch das hat nichts mit Vorschriften zu tun, sondern rein mit Vertragslaufzeiten und Lieferterminen der Marken.
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