
Photo: Sportschau Fußball
NRW-Stadionallianzen: Wer hier eigentlich fehlt
Stadionallianzen sollen eigentlich zeigen, wie Vereine, Fans, Polizei und Kommunen gemeinsam für mehr Sicherheit und weniger Eskalation im Stadion sorgen können. In Nordrhein-Westfalen, dem Fußball-Kernland der Republik, läuft das Modell laut einem Bericht der Sportschau gerade in die andere Richtung: Fanprojekte werfen dem Landesinnenministerium vor, sie außen vor zu lassen, und auch Kommunen fühlen sich nicht ernst genommen.
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Ein Modell, das anderswo funktioniert
Stadionallianzen gelten in mehreren Bundesländern als funktionierendes Format: Vereine, Polizei, Fanprojekte und Städte setzen sich an einen Tisch, reden über Fanarbeit, Prävention und den Umgang miteinander rund um Spieltage. Laut Sportschau wird das Konzept andernorts als Erfolgsmodell beschrieben. In NRW, wo mit dem Ruhrgebiet und dem Rheinland gleich mehrere Fußball-Hochburgen liegen, hakt der Aufbau offenbar schon im Fundament.
Fanprojekte fühlen sich übergangen
Der Kern des Problems laut dem Bericht: Fanprojekte werfen dem NRW-Innenministerium vor, sie beim Aufbau der Stadionallianzen nicht einzubeziehen. Das ist kein Nebenschauplatz. Fanprojekte sind in der Regel die Stellen, die seit Jahren den direkten Draht zur Fanszene haben, Vertrauen aufgebaut haben und genau wissen, wo es zwischen Fans, Vereinen und Ordnungskräften tatsächlich knirscht. Wenn sie bei einem Format fehlen, das genau diese Reibung adressieren soll, fehlt der Allianz ausgerechnet die Stimme, die am ehesten weiß, wovon man spricht.
Auch die Kommunen fühlen sich außen vor
Neben den Fanprojekten melden laut Sportschau auch lokale Kommunen in NRW Unmut an. Sie fühlen sich bei der Umsetzung nicht ausreichend eingebunden, obwohl Stadionallianzen ohne die Städte kaum funktionieren dürften: Ordnungsbehörden, Sicherheitskonzepte und die Infrastruktur rund um Spieltage laufen am Ende immer über die lokale Ebene. Zwei zentrale Stakeholder, die sich beide außen vor gelassen fühlen, sind kein gutes Zeichen für ein Projekt, das von Kooperation lebt.
Warum das für NRW besonders schwer wiegt
In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Profivereine auf so engem Raum. Entsprechend groß ist der Bedarf an einem funktionierenden Dialogformat zwischen Fans, Vereinen, Polizei und Städten. Dass ausgerechnet hier die Umsetzung laut dem Bericht schon an der Einbindung der wichtigsten Partner scheitert, wirft die Frage auf, wie ernst das Innenministerium den eigenen Anspruch an das Projekt nimmt.
Was jetzt zählt
Ob sich das noch korrigieren lässt, hängt davon ab, ob das Ministerium Fanprojekte und Kommunen nachträglich einbindet oder den Prozess einfach weiterlaufen lässt. Ein Modell, das anderswo als Erfolg gilt, lebt von genau den Stimmen, die in NRW offenbar fehlen.
Kann das NRW-Innenministerium die Stadionallianzen noch retten?
Quellen1 Quelle
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