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Warum machen Fußballer Löcher in ihre Socken?

Warum machen Fußballer Löcher in ihre Socken?

Warum machen Fußballer Löcher in ihre Socken?

Kurz vor dem Anstoß, in der Kabine oder auf dem Aufwärmplatz: Ein Spieler greift zur Schere und schneidet seiner Socke ein Loch in die Wade. Kein Versehen – volle Absicht.

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT

Kurz vor dem Anpfiff, Schere in der Hand, Schnitt durch den Stutzen direkt unterhalb der Wade: Was wie ein Malheur aussieht, ist bei vielen Profis Routine. Das Loch sitzt meistens an der dicksten Stelle der Wadenmuskulatur, manchmal auch seitlich, selten vorne.

Der Grund ist simpel: Enge Stutzen drücken. Wer 90 Minuten sprintet, bremst und schießt, spürt diesen Druck irgendwann in der Wade – als Taubheitsgefühl, als Ziehen oder als Vorstufe zum Krampf. Ein gezielter Schnitt nimmt den Druck weg, ohne dass der Spieler die Socke komplett wechseln muss.

Dazu kommt ein zweiter Grund, der in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist: Grip-Socken. Viele Spieler tragen unter ihren offiziellen Vereinsstutzen eine zweite, enganliegende Socke mit Gummipunkten an der Sohle. Diese Grip-Socken sollen verhindern, dass der Fuß im Schuh verrutscht – besonders bei schnellen Richtungswechseln. Das Problem: Wenn der offizielle Stutzen darüber sitzt, drückt er die Grip-Socke flach und macht sie wirkungslos. Also schneiden Spieler den äußeren Stutzen auf, damit die Grip-Schicht direkten Kontakt zum Schuh behält.

Beide Gründe – Druckentlastung und Grip-Funktion – können auch zusammenspielen. Wer Grip-Socken trägt und zusätzlich empfindliche Waden hat, schneidet eben doppelt so gerne.

Das ist keine Vorschrift, kein Training und kein Trend, der von oben kommt. Es ist eine persönliche Entscheidung, die jeder Spieler für sich trifft – manche nie, manche vor jedem Spiel. Einige Klubs stellen ihren Spielern sogar fertige Stutzen-Attrappen zur Verfügung: kurze Sockenringe, die nur den Vereinsbereich am Schienbein abdecken und die echte Grip-Socke darunter frei lassen. Wer das nicht hat, greift zur Schere.

Auffällig ist, dass die Löcher selten sauber aussehen – gezackter Rand, ungleiche Kanten. Das liegt daran, dass viele Spieler das in der Kabine schnell erledigen, manchmal mit einer normalen Haushaltsschere, manchmal mit dem Tape-Messer des Physiotherapeuten. Perfektion ist nicht das Ziel. Komfort schon.

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Kurz vor dem Anstoß, in der Kabine oder auf dem Aufwärmplatz: Ein Spieler greift zur Schere und schneidet seiner Socke ein Loch in die Wade. Kein Versehen – volle Absicht.

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