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Eigentores, Doppeltore, Chaos: Das verrückteste Spiel der Karibik

Illustrationsbild — kein Foto aus dem Spiel vom 27. Januar 1994.

Eigentores, Doppeltore, Chaos: Das verrückteste Spiel der Karibik

Am 27. Januar 1994 schoss Barbados absichtlich ins eigene Netz, verteidigte danach beide Tore gleichzeitig — und kam damit durch. Kein Regelverstoß, kein Betrug: nur eine Turniervorschrift, die sich selbst aushebelte.

By Lukas Bauer· Chefredakteur Fußball·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT

Barbados gegen Grenada, Karibik-Cup-Qualifikation, 27. Januar 1994. Das Spiel beginnt wie ein gewöhnliches Gruppenspiel und endet als Lehrstück darüber, was passiert, wenn eine Regelkonstruktion auf eine Mannschaft trifft, die genau lesen kann.

Das Turnier hatte eine besondere Variante des Golden Goal eingeführt: Das erste Tor in der Verlängerung entschied die Partie — und zählte gleichzeitig als zwei Tore. Barbados brauchte einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied, um Grenada aus dem Rennen um das Finale zu werfen. Ein Tor Vorsprung reichte nicht.

Barbados führt 2:0. Dann trifft Grenada in der 83. Minute zum 2:1. Damit liegt Barbados zwar vorne — aber nur mit einem Tor Abstand. Das bedeutet: Ausscheiden.

Die Lösung, die Barbados findet, ist so simpel wie verblüffend. Ein absichtliches Eigentor macht es 2:2. Ein Unentschieden bedeutet Verlängerung. In der Verlängerung zählt das erste Tor doppelt — also genau der Zwei-Tore-Vorsprung, den Barbados braucht.

Grenada versteht sofort, was gespielt wird. Und reagiert entsprechend: In den letzten drei Minuten der regulären Spielzeit greift Grenada beide Tore an. Ein Treffer ins Barbados-Netz hätte Grenada den Sieg gebracht. Ein Treffer ins eigene Netz hätte das Ergebnis auf 3:2 gestellt — ein Tor Vorsprung für Barbados, Grenada wäre durch.

Barbados muss also beide Tore verteidigen. Drei Minuten lang. Das gelingt.

In der Verlängerung trifft Trevor Thorne für Barbados. Das Tor zählt doppelt. Das amtliche Endergebnis lautet 4:2 für Barbados — wobei diese vier Tore nicht vier separate Treffer im üblichen Sinne sind, sondern das Ergebnis der Dopplungsregel. Barbados steht im Finale, Grenada ist draußen.

Beide Mannschaften haben in diesem Spiel genau das getan, was die Turnierregeln ihnen abverlangten. Die Vorschrift hat den Rahmen gesetzt; die Spieler haben ihn ausgefüllt. Das Ergebnis ist ein Spiel, das in keiner normalen Ergebnisliste normal aussieht.

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Am 27. Januar 1994 schoss Barbados absichtlich ins eigene Netz, verteidigte danach beide Tore gleichzeitig — und kam damit durch. Kein Regelverstoß, kein Betrug: nur eine Turniervorschrift, die sich selbst aushebelte.

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