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Werders neue Transfer-Masche: erst reden, dann unterschreiben — Photo: Bjørn Giesenbauer from Aarhus, Denmark via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Photo: Bjørn Giesenbauer from Aarhus, Denmark via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Werders neue Transfer-Masche: erst reden, dann unterschreiben

Kein Berater-Telefonat, kein Videocall, kein durchgewunkener Medizincheck: Bei Werder Bremen musste sich im Sommer jeder Neuzugang erst persönlich mit Ole Werner an einen Tisch setzen, bevor überhaupt über eine Unterschrift gesprochen wurde. Im Gespräch mit dem Kicker erklärt der Trainer, warum dieses Prinzip für ihn mehr ist als ein nettes Detail im Scouting-Prozess.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·1 MIN LESEZEIT

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Eine bewusste Kurskorrektur

Werner, im Umfeld des Vereins auch als Fritz bekannt, spricht offen von einer gewollten "Veränderung" bei Werder. Statt sich allein auf Datenprofile und Videomaterial zu verlassen, legte der Trainer fest, dass jeder Sommerzugang vor der Unterschrift ein persönliches Gespräch mit ihm führen musste. Kein Ausnahmefall, kein Sonderweg für einzelne Spieler, sondern ein klubweiter Grundsatz für das gesamte Transferfenster 2026.

Fit vor Talent

Die Logik dahinter: Werner will wissen, mit wem er es zu tun hat, bevor der Name auf dem Trikot steht. Reine Qualität auf dem Papier reicht ihm nicht mehr aus, wenn die Persönlichkeit nicht zur Kabine passt. Für einen Klub wie Werder, der im Bundesliga-Mittelfeld um jeden Punkt kämpft, ist das eine riskante Wette: Wer auf Mentalität setzt, nimmt in Kauf, dass der ein oder andere spielerisch stärkere Kandidat am Gespräch scheitert und woanders landet.

Was Werner sich davon verspricht

Nach eigener Aussage hat die neue Herangehensweise bereits die Mentalität im Kader beeinflusst. Konkrete Beispiele oder Zahlen, wie sich das auf dem Platz niederschlägt, liefert Werner im Kicker-Gespräch nicht. Es bleibt bei seiner Einschätzung, dass die Gruppe durch den veränderten Auswahlprozess enger zusammengerückt ist.

Die Weserstadion-Jubiläumspartie als Prüfstein

Der Zeitpunkt des Interviews, Oktober 2026, fällt mit einer Jubiläumspartie im Weserstadion zusammen, die im Kicker-Bericht als Rahmen des Gesprächs dient. Details zu Gegner oder Ergebnis nennt die Quelle nicht, doch genau in solchen emotional aufgeladenen Spielen würde sich zeigen, ob Werners Theorie von der gewachsenen Mentalität auch unter Druck trägt.

Ob aus dem persönlichen Gespräch am Verhandlungstisch tatsächlich mehr Zusammenhalt auf dem Rasen wird, lässt sich von außen schwer messen. Werner selbst liefert dafür bislang vor allem Überzeugung, keine Statistik.

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