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Das Favoritensterben bei der WM 2026 — photo: Sportschau Fußball

Photo: Sportschau Fußball

Das Favoritensterben bei der WM 2026

Die WM 2026 läuft — und mit ihr eine alte Debatte auf Hochtouren: Zu viele Teams, zu wenig Qualität, zu viele Überraschungen. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell, dass das Stolpern der Favoriten kein Zufall ist. Es hat System.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·Aktualisiert ·2 MIN LESEZEIT

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Das Format schafft Druck, den es früher nicht gab

Sechzehn zusätzliche Mannschaften. Drei Gastgeberländer. Eine Gruppenphase, in der vier Teams um drei Plätze kämpfen — und in der selbst ein Unentschieden gegen den vermeintlichen Außenseiter plötzlich existenzbedrohend werden kann. Die Erweiterung auf 48 Teams hat die Mathematik der Gruppenphase verändert, und damit auch die Psychologie. Das offizielle Format ist auf FIFA.com dokumentiert.

Früher war ein Auftaktsieg gegen den Kleinsten der Gruppe Pflicht und Routine. Jetzt ist er das auch — aber die Konsequenz eines Ausrutschers ist unmittelbarer. Kein Team kann sich mehr drei Spiele lang einspielen. Der Druck sitzt von Minute eins.

Warum Außenseiter heute gefährlicher sind

Die Lücke zwischen Fußball-Großmächten und kleineren Nationen schließt sich seit Jahren — nicht dramatisch, aber stetig. Taktische Informationen sind demokratisiert: Videoanalyse, Pressing-Systeme, Athletiktraining — das alles ist längst kein Geheimwissen mehr. Eine Mannschaft, die sich drei Wochen lang auf einen einzigen Gegner vorbereitet, kann strukturelle Schwächen freilegen, die im Ligaalltag verborgen bleiben.

Dazu kommt: Außenseiter spielen ohne Erwartungsdruck. Sie verteidigen tief, kontern schnell, und sie haben — im Gegensatz zu einem Kader voller Champions-League-Spieler — keine müden Beine aus einer 60-Spiele-Saison im Gepäck. Kadertiefe ist ein Vorteil, bis sie zur Last wird.

Geschichte gibt den Minnows recht

Das ist keine neue Erkenntnis. Nordkorea gegen Italien 1966. Senegal gegen Frankreich 2002. Island gegen England 2016. Marokko gegen Spanien und Portugal 2022. Diese Ergebnisse sind allgemein bekannte Fakten der WM-Geschichte — dokumentiert in den offiziellen FIFA-Archiven und in der Sportschau-Berichterstattung. Die Liste der Schocks ist lang — und sie wird bei jedem Turnier länger. Der Unterschied zur WM 2026: Es gibt mehr Spiele, mehr Begegnungen zwischen Ungleichen, also statistisch mehr Gelegenheiten für das Unwahrscheinliche.

Wer das als Qualitätsverlust liest, liegt nicht ganz falsch. Wer es als Beweis für die Lebendigkeit des Fußballs liest, auch nicht. Laut einer Analyse von Sportschau ist die Frage, ob das Format mehr echte Überraschungen produziert oder nur mehr Gelegenheiten dafür schafft, noch nicht abschließend beantwortet.

Taktik trifft Erschöpfung

Es gibt einen weiteren Faktor, der selten laut genug gesagt wird: Reise. Drei Gastgeberländer, riesige Distanzen, Zeitzonenwechsel zwischen Spielen. Unsere Einschätzung: Für Kader, die bereits im Mai in Pokalfinals standen, summiert sich das spürbar. Ein Außenseiter, der seit Wochen im Trainingslager akklimatisiert ist, hat hier einen echten Vorteil — keinen romantischen, sondern einen messbaren. Ob und wie stark dieser Faktor ins Gewicht fällt, werden die Ergebnisse der Gruppenphase zeigen.

Die Favoriten wissen das. Und trotzdem passiert es immer wieder. Weil Fußball kein Algorithmus ist. Weil ein Elfmeter in der 88. Minute keine Tabelle kennt.

Was das für den Rest des Turniers bedeutet

Die Gruppenphase bei einer 48er-WM ist kürzer, als sie sich anfühlt. Drei Spiele, dann ist Schluss — oder Weiterkommen. Für die großen Nationen bedeutet das: kein Luxus, kein Eingewöhnen, kein Schonen der Stammspieler gegen den vermeintlich leichten Gegner. Jeder Gegner ist ein Gegner.

Ob das die WM besser oder schlechter macht, ist Geschmackssache. Dass es sie unberechenbarer macht — daran zweifelt nach den ersten Spielen kaum noch jemand.

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Die WM 2026 läuft — und mit ihr eine alte Debatte auf Hochtouren: Zu viele Teams, zu wenig Qualität, zu viele Überraschungen. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell, dass das Stolpern der Favoriten kein Zufall ist.

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