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Mesut Özil: Vom Weltmeister zum Unternehmer
Mesut Özil war einst der Regisseur von Real Madrid, Arsenal und der deutschen Nationalmannschaft, der 2014 den WM-Pokal in die Höhe stemmte. Seit seinem Karriereende 2023 sieht sein Alltag völlig anders aus: Statt Trainingsplätzen und Stadien stehen nun Firmenbüros im Mittelpunkt.
Vom Bernabéu ins Büro
Özils Karriere war eine der bemerkenswertesten eines deutschen Fußballers: von Schalke über Werder Bremen, wo er den DFB-Pokal gewann, zu Real Madrid, wo er mit einem Ligarekord von 100 Punkten Meister wurde, und schließlich zu Arsenal, wo er als Rekordtransfer der Klubgeschichte ankam und drei FA-Cup-Titel holte. Mit der Nationalmannschaft gewann er 2014 den WM-Titel, bevor er sich 2018 unter Kontroversen aus dem DFB-Team zurückzog. Über Fenerbahçe und İstanbul Başakşehir beendete er 2023 seine aktive Laufbahn.
Wer heute nach Özil sucht, findet keinen Trainer und keinen Experten im TV-Studio – sondern einen Geschäftsmann mit einem breit gefächerten Portfolio.
Der Unternehmer Özil
Özil ist Chef seiner eigenen Streetwear-Marke M10, die seinen Spitznamen und seine ehemalige Rückennummer trägt. Parallel dazu betreibt er ein eigenes Esports-Team unter demselben Namen. Damit hat er sich früh in einem Bereich positioniert, der mit klassischem Profifußball wenig gemein hat, aber von seiner globalen Bekanntheit profitiert.
Damit nicht genug: Özil besitzt eine eigene Kette von Kaffeehäusern sowie eine Sportklinik. Gemeinsam mit seinem früheren Arsenal-Teamkollegen Mathieu Flamini führt er zudem ein Labor für Nahrungsergänzungsmittel namens Unity Health – eine Partnerschaft, die zwei Ex-Profis aus dem Trainingsalltag direkt in die Welt der Produktentwicklung und des Gesundheitsmarkts katapultiert hat.
Özil hält außerdem Anteile am mexikanischen Fußballklub Necaxa, wo er sich die Eigentümerschaft unter anderem mit Schauspielerin Eva Longoria und Model Kate Upton teilt – eine Verbindung, die zeigt, wie sehr sich sein Umfeld inzwischen zwischen Sport, Unterhaltung und Wirtschaft bewegt.
Ein Leben zwischen Glauben, Aktivismus und Wohltätigkeit
Abseits seiner Firmen ist Özil ein praktizierender Muslim, der vor Spielen aus dem Koran rezitierte und 2016 eine Umrah-Pilgerfahrt nach Mekka unternahm. Sein Engagement reicht weit über den Sport hinaus: Er spendete seine gesamten WM-Prämien 2014 für medizinische Eingriffe an kranken Kindern in Brasilien, besuchte 2016 das Zaatari-Flüchtlingslager in Jordanien und finanzierte anlässlich seiner Hochzeit 2019 Operationen für 1.000 Kinder.
Özil äußerte sich zudem wiederholt politisch – etwa mit einem Gedicht zur Situation der Uiguren in China 2019, das international für Aufsehen sorgte und zu seinem Verschwinden aus chinesischen Medienplattformen führte. 2021 half er, gemeinsam mit dem englischen Verband ein Förderzentrum an der University of Bradford zu gründen, das britisch-asiatischen Talenten den Zugang zum Profifußball erleichtern soll.
Ein neues Kapitel
Der Weg vom Ballkünstler zum Firmenchef mag ungewöhnlich wirken, passt aber zu einem Spieler, der sich zeitlebens nie scheute, seine Stimme zu erheben und eigene Wege zu gehen. Özil hat sich ein Leben aufgebaut, das weit über Rasen und Trainingsplätze hinausreicht – geprägt von Unternehmergeist, Glauben und sozialem Engagement.
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Wikipedia (en), Wikipedia (en)
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