
Pape Abou Cissé: Das vergessene Leihgeschäft bei Saint-Étienne
Pape Abou Cissé ist heute vor allem als senegalesischer Nationalmannschaftsverteidiger und als Teil der erfolgreichen Olympiacos-Jahre bekannt. Doch mittendrin gab es eine kurze, kaum erinnerte Episode: eine Leihe nach Frankreich, zu Saint-Étienne.
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Zwischen zwei Kapiteln bei Olympiacos
Pape Abou Cissé hatte sich bei Olympiacos Piräus zu einem festen Bestandteil der Abwehr entwickelt, seit er 2017 ablösefrei aus Ajaccio gekommen war. Er traf gegen Panionios, erzielte einen späten Ausgleich im Derby gegen Panathinaikos und köpfte sogar ein Tor beim Europa-League-Auswärtssieg in London gegen den FC Arsenal. Die UEFA nahm ihn 2018 sogar in ihr Breakthrough Team der Europa League auf.
Und doch gab es mitten in dieser Erfolgsgeschichte eine Unterbrechung, die heute kaum noch jemand auf dem Schirm hat.
Die Leihe nach Saint-Étienne
Am 30. Januar 2021 wurde Cissé an den französischen Traditionsclub AS Saint-Étienne verliehen – verbunden mit einer Kaufoption. Die Rückkehr in die Ligue 1, wo er einst bei Ajaccio seine ersten Profijahre verbracht hatte, wurde damals als Chance beschrieben, sich nach einer schwierigeren Phase neu zu beweisen. Eine mögliche feste Verpflichtung wurde mit rund 13 Millionen Euro beziffert, sollte der historische Club sich entscheiden, ihn dauerhaft zu halten.
Die Episode blieb kurz. Schon im Sommer 2021 war Cissé zurück bei Olympiacos – und direkt wieder treffend: Im August traf er gegen Slovan Bratislava, im Dezember gelang ihm sogar ein Doppelpack gegen OFI Kreta, später der entscheidende Treffer gegen Aris. Die Rückkehr fiel in jene Saison, die mit der griechischen Meisterschaft 2021/22 endete.
Warum die Station kaum erwähnt wird
Im Rückblick auf Cissés Karriere wird diese Halbsaison in Frankreich fast nie erwähnt. Sie steht im Schatten der prägenden Olympiacos-Jahre davor und danach, der Berufung ins senegalesische Nationalteam und des historischen Africa-Cup-of-Nations-Titels 2021, für den Präsident Macky Sall ihn später zum Großoffizier des Nationalordens des Löwen ernannte. Die Leihe nach Saint-Étienne war gedacht als Neustart – stattdessen wurde sie zur Fußnote zwischen zwei Phasen, in denen Cissé tatsächlich glänzte.
Eine Karriere mit klarer Linie
Heute, nach Stationen bis hin zu Adana Demirspor in der Türkei, bleibt Cissé vor allem als Teil der senegalesischen Erfolgsgeschichte in Erinnerung – als Verteidiger, der 2021 beim Afcon-Triumph half und bei Olympiacos zweimal griechischer Meister wurde. Die kurze Zwischenstation in Saint-Étienne war dabei kein Scheitern, sondern einfach eine Randnotiz: ein Kapitel, das in der großen Erzählung seiner Karriere unterging, obwohl es für ihn selbst durchaus mit großen Erwartungen verbunden war.
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