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Der Anruf, der niemanden wirklich täuschte

Graeme Souness, Trainer von Southampton in der Saison 1996/97, bei einem öffentlichen Auftritt Jahre nach den Ereignissen.

Der Anruf, der niemanden wirklich täuschte

Im November 1996 bekam der FC Southampton einen Anruf. Wer ihn tätigte, ist bis heute ungeklärt. Was folgte, ist Premier-League-Geschichte – aber nicht so, wie sie meistens erzählt wird.

Flagside-Redaktion·Veröffentlicht ·2 MIN LESEZEIT

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Irgendwann im November 1996 klingelte bei Southampton ein Telefon. Am anderen Ende: jemand, der behauptete, Ali Dia sei der Cousin von George Weah – damals einer der besten Stürmer der Welt. Graeme Souness erinnert sich so: „Jemand bekam einen Anruf beim Verein. George Weahs Cousin oder Neffe sei in England und suche einen Klub.“ Wer diesen Anruf tätigte, ist nie geklärt worden. Der echte George Weah wusste von nichts.

Die Behauptungen über Dia waren weitreichend: Er habe neben Weah für Paris Saint-Germain gespielt, 13 Länderspiele für Senegal absolviert. Beides war falsch. Dia hatte nie für PSG gespielt, war nie für Senegal aufgelaufen. Was er tatsächlich war: ein 31-jähriger Journeyman aus dem französischen, finnischen und deutschen Unterhaus – Beauvais, Dijon, La Rochelle, FinnPa, VfB Lübeck, unter anderem. Zwei Kurzeinsätze für Lübeck. Und am 9. November 1996, zwei Wochen zuvor, ein Spiel für den Nicht-Ligaklub Blyth Spartans.

Southampton gab ihm einen Einmonatsvertrag. Trikotnummer 33.

Auf dem Trainingsplatz dauerte es nicht lange. Souness: „Innerhalb der ersten fünf Minuten an einem Montagmorgen haben wir gesagt: Der ist nichts für uns. Er war hoffnungslos.“ Und weiter: „Die Geschichte geht, dass wir von Leuten hereingelegt und betrogen wurden – aber das stimmt nicht. Wir haben die Entscheidung über ihn innerhalb der ersten fünf Minuten getroffen.“

Warum stand er dann am 23. November 1996 im Kader? Souness erklärt es schlicht: „Wir spielten am Samstag gegen Leeds United, und Matt war unser einziger fitter Stürmer.“

Das Spiel fand im Dell statt – ein Heimspiel. Southampton gegen Leeds United, Premier League. In der 32. Minute kam Dia für Matt Le Tissier, der sich einen Oberschenkelmuskel gezerrt hatte. 53 Minuten war er auf dem Platz. Er hatte einen Torschuss – Nigel Martyn hielt. In der 85. Minute wurde er ausgewechselt, ersetzt durch Verteidiger Ken Monkou. Southampton verlor 0:2, Gary Kelly traf in der 82., Lee Sharpe in der 89. Minute.

Le Tissier, der Mann, für den Dia eingewechselt worden war, fand klare Worte: „Er lief über den Platz wie Bambi auf Eis; es war sehr peinlich anzusehen.“ Und beim ersten Training hatte Le Tissier gedacht: „Ich glaubte wirklich, er habe einen Wettbewerb gewonnen, um mit uns trainieren zu dürfen.“ Sein abschließendes Urteil: „Ich war der Spieler, der für möglicherweise den schlechtesten Spieler ausgewechselt wurde, der je in der Premier League gespielt hat.“

Nach 14 Tagen war Dias Zeit bei Southampton vorbei – mitten in seinem Einmonatsvertrag. Er spielte nie wieder für den Verein, nie wieder in der Premier League.

Im Dezember 1996 wechselte er zu Gateshead in die Conference – und traf bei seinem Debüt in einem 5:0 gegen Bath City. Zwei Tore in einer Handvoll Spiele. Im Februar 1997 wurde er auf die Transferliste gesetzt, danach folgte ein kurzes Gastspiel bei Spennymoor United.

Was aus Ali Dia wurde, ist nicht gesichert. Berichten zufolge soll er einen Hochschulabschluss und später einen MBA erworben haben und im Geschäftsleben tätig sein – bestätigt ist das nicht. Er ist aus der Öffentlichkeit verschwunden.

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Im November 1996 bekam der FC Southampton einen Anruf. Wer ihn tätigte, ist bis heute ungeklärt. Was folgte, ist Premier-League-Geschichte – aber nicht so, wie sie meistens erzählt wird.

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