
Edin Džeko: Die eine Saison und was folgte
In der Saison 2008/09 verwandelte sich Edin Džeko beim VfL Wolfsburg von einem soliden Bundesliga-Stürmer in einen der torgefährlichsten Spieler Europas. Was danach kam, war keine stille Fortsetzung einer kurzen Blütezeit, sondern eine Karriere, die sich über fast zwei weitere Jahrzehnte und halb Europa erstreckte – bis hinein in die 2. Bundesliga mit fast 40 Jahren.
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Die Saison, die alles veränderte
Als Felix Magath Edin Džeko 2007 aus Tschechien zum VfL Wolfsburg holte, war das kein Transfer, über den ganz Deutschland sprach. In seiner ersten Saison kam der Bosnier auf acht Tore in 28 Einsätzen – ordentlich, aber nicht außergewöhnlich. Erst in der Spielzeit 2008/09 explodierte seine Form. Gemeinsam mit Sturmpartner Grafite bildete er das erfolgreichste Duo der Bundesliga-Geschichte: 54 gemeinsame Tore, mehr als Gerd Müller und Uli Hoeneß 1971/72 zusammen geschafft hatten. Džeko traf zweimal in drei Minuten gegen Bayern München, erzielte einen Hattrick gegen Hoffenheim und einen weiteren gegen Hannover 96. Am Ende standen 26 Bundesligatore, Platz zwei in der Torjägerliste hinter Grafite – und die deutsche Meisterschaft für Wolfsburg, der erste Titel der Klubgeschichte. Er wurde zum Bundesliga-Spieler des Jahres gewählt.
Kein Einzelwerk
Wer nach einer solchen Saison einen Abstieg erwartet, findet bei Džeko das Gegenteil. In der folgenden Spielzeit wurde er mit 22 Treffern sogar Torschützenkönig der Bundesliga. Im Winter 2011 wechselte er für rund 32 Millionen Euro zu Manchester City – zu jener Zeit die zweitteuerste Verpflichtung der Klubgeschichte. Dort gehörte er zur Mannschaft, die 2012 in der Nachspielzeit des letzten Saisonspiels gegen Queens Park Rangers den ersten englischen Meistertitel seit 44 Jahren klarmachte; Džeko erzielte den 2:2-Ausgleich, Sergio Agüero traf Minuten später zum Siegtor. 2014 wurde er mit City erneut englischer Meister.
Italien, die Türkei – und zurück nach Deutschland
2015 wechselte Džeko zur AS Rom, wo er in der Saison 2016/17 mit 29 Treffern Torschützenkönig der Serie A wurde und als erster Spieler überhaupt in drei der fünf europäischen Topligen jeweils 50 Ligatore erzielte. Es folgten zwei Jahre bei Inter Mailand, wo er Pokalsieger und Champions-League-Finalist wurde, danach zwei Spielzeiten bei Fenerbahçe Istanbul und eine kurze Station bei der AC Florenz. Parallel führte er Bosnien und Herzegowina als Kapitän zur WM 2014 und zur WM 2026 – bei letzterer mit 40 Jahren und sechs Toren in der Qualifikation.
Das zweite Leben bei Schalke 04
Im Januar 2026 kehrte Džeko nach Deutschland zurück, zu Schalke 04 in der 2. Bundesliga. Als Einwechselspieler traf er gegen Kaiserslautern mit 39 Jahren und 314 Tagen – ältester Torschütze der Liga. Es folgten weitere Altersrekorde: ältester Doppeltorschütze im deutschen Profifußball, ältester Torschütze der 2. Bundesliga überhaupt. In seinen ersten acht Ligaspielen für Schalke war er an zehn Toren direkt beteiligt und wurde zum Publikumsliebling. Im Sommer 2026 unterschrieb er, mit ausgelaufenem Vertrag, bei Schalke erneut bis 2027.
Die Saison 2008/09 in Wolfsburg bleibt der Moment, in dem aus dem talentierten jungen Stürmer ein Weltklassespieler wurde. Dass daraus keine einmalige Ausnahmeerscheinung wurde, sondern der Auftakt zu zwei Jahrzehnten Titeln, Torrekorden und schließlich einer zweiten Jugend bei Schalke, macht seine Geschichte zu einer der seltenen, in denen die gute Saison nicht das Ende der Geschichte war, sondern erst der Anfang.
Schafft Džeko mit 40 Jahren noch den Aufstieg mit Schalke?
Quellen2 Quellen
Wikipedia (de), Wikipedia (en), Wikipedia (de)
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