
ILLUSTRATION — FLAGSIDE
Coutinho & Semedo: Barça 18/19 vereinte zwei Vereins-Ikonen
Ein Name steht für Liverpool, der andere für Wolverhampton Wanderers – und doch trugen Philippe Coutinho und Nélson Semedo in der Saison 2018/19 dasselbe Trikot: das von FC Barcelona. Für einen Moment liefen der brasilianische Zehner, der die Anfield-Ränge verzauberte, und der portugiesische Außenverteidiger, der später Molineux zu seiner Heimat machte, im selben Kader auf.
Zwei Wege, die sich in Katalonien kreuzten
Wer an Philippe Coutinho denkt, sieht ihn im roten Liverpool-Trikot, wie er von der linken Seite einschneidet und den Ball ins lange Eck zirkelt. Wer an Nélson Semedo denkt, denkt an Molineux, an Wolves' rechte Bahn, an einen Spieler, der später sogar die Kapitänsbinde der Wanderers trug. Zwei Karrieren, zwei englische Vereine, die man kaum in einem Atemzug nennen würde. Und doch: In der Saison 2018/19 gehörten beide zum Kader des FC Barcelona.
Coutinho war da bereits der teure Star. Im Januar 2018 von Liverpool geholt, nachdem er sich dort mit spektakulären Distanzschüssen und dem Spitznamen 'Little Magician' in die Herzen der Fans gespielt hatte. Bei Liverpool war er zweimal Spieler der Saison, wurde 2015 ins PFA Team of the Year gewählt und half mit seinen Toren und Vorlagen, den Verein wieder zur europäischen Spitze zu führen. Sein Wechsel nach Barcelona war eine der größten Ablösesummen der Vereinsgeschichte – und er gewann prompt die Meisterschaft.
Semedo kam ein halbes Jahr früher, im Sommer 2017 von Benfica, wo er sich gerade erst als Rechtsverteidiger etabliert hatte und mit dem Durchbruchsspieler-Award der portugiesischen Liga ausgezeichnet worden war. Bei Barça war er zunächst gesetzt, spielte sich früh in die Champions-League-Startelf und erzielte im Januar 2019 sein erstes Liga-Tor gegen Girona.
Eine gemeinsame Meisterschaft
In jener Saison 2018/19 gewannen beide gemeinsam die spanische Meisterschaft mit Barcelona – für Coutinho war es sein zweiter Titel in Folge, für Semedo der zweite in zwei Jahren am Stück. Beide standen im Kader, als der Verein im Copa del Rey das Finale erreichte, das man gegen Valencia verlor. Es war eine Saison des kollektiven Erfolgs, in der zwei Spieler mit völlig unterschiedlichen Zukunftsaussichten nebeneinander liefen, ohne dass ihre Wege sich noch einmal kreuzen sollten, nachdem beide Barcelona verließen.
Danach: getrennte Pfade
Coutinhos Zeit in Katalonien endete nicht wie erhofft. Es folgte eine Leihe zu Bayern München, wo er ausgerechnet gegen seinen Stammverein zweifach traf beim historischen 8:2 im Champions-League-Viertelfinale, ehe er mit den Bayern das Triple holte. Später ging es zu Aston Villa, dann zurück nach Brasilien zu Vasco da Gama und schließlich zu Santos, wo er mit Neymar wiedervereint wurde.
Semedo verließ Barcelona im September 2020 Richtung Wolverhampton Wanderers – ausgerechnet der Klub, mit dem er heute untrennbar verbunden ist. Dort wurde er zum Stammspieler, überstand Verletzungen, wurde 2024 Kapitän und blieb fünf Jahre, ehe er 2025 zu Fenerbahçe wechselte. Für die Wolves-Fans ist er längst kein katalanischer Import mehr, sondern einer der ihren.
So bleibt die Erinnerung an eine einzige gemeinsame Saison in Barcelonas Blau-Granat – ein flüchtiger Überschneidungspunkt zweier Karrieren, die sich sonst nie begegnet wären.
Vyanzovyanzo 2
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