
Photo: Granada via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Süle debütiert in der Kreisliga: 7:2-Klatsche, ein Kopfball-Tor, kein Spaß
Etwa drei Monate nach seinem Rücktritt vom Profifußball stand Niklas Süle für SV Tiefenbach in der Kreisliga Sinsheim auf dem Platz. Die achte Liga. 32 Grad. Rund 500 Zuschauer. Endstand: 2:7.
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Niklas Süle hat aufgehört. Das ist der Ausgangspunkt dieser Geschichte — nicht die Pointe.
Am 7. Mai 2026 beendete der 30-Jährige seine Profikarriere bei Borussia Dortmund. Er hatte sich im Spiel gegen Hoffenheim am Knie verletzt und fürchtete einen dritten Kreuzbandriss. Die Diagnose fiel glimpflicher aus, aber die Angst hatte entschieden. Süle nannte seine Gesundheit und die Zeit mit seinen Kindern als Gründe. „Ich bin sehr, sehr klar in meiner Entscheidung. Trotzdem hat mir der Fußball unglaublich viel gegeben und ich hatte eine so tolle, coole Zeit, dass es wehtut, das zu sagen."
Jetzt spielt er für SV Tiefenbach in der Kreisliga Sinsheim — der achten Liga des deutschen Fußballs. Drei Trainingseinheiten hatte er mit dem Team absolviert, bevor er im Saisoneröffnungsspiel erstmals einlief.
Sein Gegner: SG Kirchardt, gerade aus der Landesliga abgestiegen — eine Liga darüber, die siebte Stufe. Kein Schwergewicht, das sich verirrt hat. Ein Nachbar, der eine Etage tiefer gelandet ist.
Süle spielte nicht auf seiner angestammten Position. Innenverteidiger war er sein gesamtes Profijahrzehnt — bei Hoffenheim, Bayern München und Dortmund. In Tiefenbach stellte ihn Trainer Jason Walzel ins zentrale Mittelfeld und in den Angriff.
Zur Halbzeit stand es 0:3. Am Ende 2:7. In der 75. Minute köpfte Süle eine Ecke zum 2:6 ein — sein erstes Tor im Amateurbereich, vor rund 500 Zuschauern bei etwa 32 Grad.
Ob ihm das Spiel Spaß gemacht habe? Süles Antwort war kurz und trocken: „So viel, wie ein 7:2 Spaß macht." Wer das als Begeisterung liest, liest es falsch.
Walzel nahm es pragmatisch. „Niklas ist ja noch nicht so lange da. Er muss auch erst mal wieder reinfinden." Und zum Trubel rund um den prominenten Neuzugang: „Vielleicht lässt der Trubel auch langsam nach und wir können uns aufs Fußballspielen konzentrieren."
Süle gewann 2020 die Champions League mit Bayern München — er kam in der 25. Minute des Finals gegen Paris Saint-Germain für Jérôme Boateng, Bayern gewann 1:0. Er war nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrt. Er stand im Kader, als Deutschland 2017 den Confed Cup holte. Und jetzt verliert er 2:7 in der Kreisliga Sinsheim, schwitzt bei 32 Grad und köpft immerhin einen rein.
So sieht Fußball für ihn jetzt aus. Er hat sich dafür entschieden.
Quellen2 Quellen
SPORT1, Photo: Granada via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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