
Firminos vergessene Jahre bei Figueirense
Wenn man an Roberto Firmino denkt, sieht man den Anfield-Kultheld, den Champions-League-Sieger, den „Bobby“ der Reds. Fast vergessen ist dagegen die Zeit, in der er sich als Teenager bei Figueirense FC in Brasilien überhaupt erst einen Stammplatz erkämpfen musste.
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Vom CRB-Trial zum Profidebüt
Firminos Weg begann nicht in Deutschland oder England, sondern in Florianópolis. 2008, mit 17 Jahren, wechselte er aus der Jugendabteilung von CRB in die Nachwuchsabteilung von Figueirense, entdeckt von einem Zahnarzt namens Marcellus Portella, der nebenbei als Talentspäher unterwegs war. Beim Verein wurde er zunächst vor allem als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt – eine Rolle, die man sich bei dem späteren Liverpool-Stürmer heute kaum noch vorstellen kann.
Sein Profidebüt gab Firmino am 24. Oktober 2009, als er zur Halbzeit bei einer 1:2-Heimniederlage gegen Ponte Preta in der Série B eingewechselt wurde. Von einem Senkrechtstart konnte zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein. Erst am 8. Mai 2010 traf er zum ersten Mal als Profi, mit dem Siegtor bei einem Auswärtssieg gegen São Caetano.
Acht Tore, ein Aufstieg
In jener Saison kam Firmino auf acht Tore in 36 Pflichtspielen für Figueirense. Der Klub schaffte damit den Wiederaufstieg in die Série A, die höchste brasilianische Spielklasse, nach zwei Jahren Zweitklassigkeit. Es war kein Ausnahmejahr eines künftigen Weltstars, sondern die solide, aber unauffällige Rolle eines jungen Spielers in einer Mannschaft, die ihr großes Ziel erreichte.
Genau diese Nüchternheit macht die Episode so leicht vergessbar. Es gibt keine große Einzelaktion, keine Schlagzeile, die bis heute zitiert wird – nur die Zahlen einer Aufstiegssaison und ein Debüt als Einwechselspieler bei einer Niederlage. Im Dezember 2010 war die Geschichte bei Figueirense dann auch schon zu Ende: Firmino unterschrieb bei TSG Hoffenheim, wechselte formal zum 1. Januar 2011 nach Deutschland und begann damit den Teil seiner Karriere, an den sich heute jeder erinnert.
Warum diese Station zählt
Ohne die gut zwei Jahre bei Figueirense – von der Jugendaufnahme 2008 bis zum Wechsel Ende 2010 – gäbe es den Spieler nicht, der später in Hoffenheim zum Bundesliga-Shootingstar und in Liverpool zum Kultfigur und Champions-League-Sieger wurde. Firmino selbst musste in dieser Zeit erst lernen, sich gegen Erwachsene in einer brasilianischen Zweitliga-Mannschaft durchzusetzen, ehe er überhaupt in eine Rolle als Stürmer oder Zehner hineinwuchs. Die Stationen, die folgten, sind weltberühmt. Die, die davor kam, ist es nicht – obwohl sie die Grundlage für alles Weitere legte.
Vyanzochanzo 1
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